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Neues Buch: Kant kocht türkisch

Kant und die Kritik der Kochkunst

Komplexer Denker, der Freunde, Essen und Trinken schätzt

Als Neue Welt Verlag freuen wir uns sehr, Immanuel Kants kritische Philosophie im Spiegel der türkischen Küche unter dem Titel „Kant kocht türkisch“ herauszugeben. Kant (1724–1804) würde im Jahre 2024 dreihundert Jahre alt werden. Über den Aufklärer des Abendlandes, der auch dem Orient sehr positiv gestimmt war, wird es in den nächsten Jahren viel zu lesen und zu hören geben. Der 300. Geburtstag (22. April 2024) des Königsberger Philosophen wird zumindest gedanklich vielerorts schon vorbereitet. Wir als Neue Welt Verlag aus Wien haben schon im vergangenen Jahr mit großer Ehre ein Buch über Kant mit dem Titel „Kants Wanderung über das Nebelmeer“ herausgegeben und dieses im Palais Eschenbach mit einem würdigen Abend vorgestellt.

http://neueweltverlag.at/einladung-neues-buch-kants-wanderung-ueber-das-nebelmeer/

Dieses Mal möchten wir den großen Denker und den Begründer der modernen Philosophie mit dem Buch „Kant kocht türkisch“ wieder in Ehren halten und in Erinnerung rufen. Besonders seine Moral- und Ethikphilosophie, beginnend mit seinem kategorischen Imperativ mit dem konstanten „guten Willen“ und Pflichtbewusstsein, wird in unserer immer scheinheiliger werdenden Welt wieder bedeutsamer. Ist nicht die Scheinheiligkeit aber die Sprache der Korrupten? Gibt es eine Wahrheit ohne Liebe? Ist nicht die Liebe und der „gute Wille“ mit Pflichtbewusstsein  die erste Wahrheit? Diese Fragen, die auch knapp 300 Jahre später noch von großer Wichtigkeit sind, stellte sich Kant bei seinem berühmten kantischen Tisch de facto jeden Tag beim Mittagessen in Königsberg.

Immanuel Kant war der wichtigste neuzeitliche Philosoph, der versuchte, eine allgemein gültige Formel zur Herleitung moralischer Gesetze zu finden.  Der kategorische Imperativ von  Kant lautet : Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte. Dieser Satz ist der Versuch, einen Maßstab für gerechtes Handeln zu finden. Laut Winfried Hassemer  Richter des Bundesverfassungsgerichts und Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie  soll der Mensch nach Kant aus sich heraustreten und sich in andere Menschen hineinversetzen dann weiß er von selbst, wie er sich verhalten muss. Nichts anderes sagt das Sprichwort: Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu. Dieses Prinzip ist die Grundlage jeglichen Rechtssystems. Der Haken: Es geht von einem optimistischen Menschen aus.  Etwa gegenüber dem Selbstmörder, der sich und andere umbringen will, funktioniert es nicht.

Das Wort Philosoph setzt sich nicht umsonst aus den griechischen Worten Philos (Freund) und Sophia (Weisheit) zusammen. Der kritische Königsberger war tatsächlich ein großer Freund der Weisheit, aber im Herzen auch vor allem ein moralischer Verfechter. Wir möchten bis zum Jahre 2024 mehrere Bücher über Kant herausgeben, um damit seinen schon zu Lebzeiten erworbenen Ruf eines „Weltweisen“ erneut in Erinnerung zu rufen und von seinen zeitlosen Ideen nicht nur Gebrauch zu machen, sondern diese auch zu propagieren. So enthält seine „Kritik der praktischen Vernunft“ eine Lobrede der Pflicht und schließt mit folgenden defätistischen, aber göttlichen Worten ab: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit einer immer neuen Bewunderung und Ehrfurcht: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“

Seit der Geburt Jesu wurde die Moraldiskussion fast ausschließlich im christlichen Geiste geführt, Moral wurde aus der Bibel abgeleitet und die Nichtbefolgung dieser ethischen Normen hatte unweigerlich die Bestrafung im nächsten Leben oder in der Hölle zur Folge.

Kant löst diese Diskussion von der Bibel, aber auch von jeglichem Eigennutzdenken, er will ein universelles Gesetz aufstellen, das immer gültig ist und nur durch die Vernunft bestimmt wird. Wichtig ist danach immer nur die Befolgung der Pflicht! Wobei Kant nur die allgemeinen Grundsätze aufstellt. Nie wird er konkret und beschreibt welche Handlungen gut sind oder welche moralische Einstellung sittlich ist. Die Menschen sollen auch nicht aus Überzeugung moralisch handeln, auch nicht aus Mitleid, nein es ist keine moralische Motivation nötig. Wichtig ist danach immer nur die Befolgung der Pflicht! Es fragt sich inwieweit es heute gelingen würde eine Ethik aufzustellen, die nur aus Pflichten besteht, und die moralischen Gesetze theoretisch ohne Bezug zur Realität ableitet!

Kritik der Kochkunst

Warum aber wird in diesem Buch Kant mit der türkischen Küche in Verbindung gebracht?

Die Antwort findet sich in der Bedeutung, die Essen für den großen Denker hatte.

Kant beschäftigte sich nicht nur mit der richtigen Ernährung, sondern auch mit den Umständen, die die Mahlzeit begleiten sollten. Da er sich äußerst tiefgehend mit diesen Themen auseinandersetzte, wurde ihm von seinen Zeitgenossen sogar nahegelegt, eine „Kritik der Kochkunst“ zu verfassen.

Kant hatte schon früh beschlossen, ein langes Leben zu führen. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens stütze er sich stark auf das seinerzeit äußerst bekannte Buch „Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“ (1796) des Arztes Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836), zu dessen Patienten auch Goethe, Schiller, Herder und Wieland zählten. So postulierte Hufeland beispielsweise, „wer alt werden will, der esse langsam“[i], und Kant nahm sich dies zu Herzen. Einer der zahlreichen, unterschiedlichen Gäste an Kants Mittagstisch beschrieb Kants Verhalten bei Tisch folgendermaßen: „Er aß nicht nur mit Appetit, sondern mit Sinnlichkeit […] Der untere Teil seines Gesichts, die ganze Peripherie der Kinnbacken drückte die Wollust des Genusses auf eine unverkennbare Weise aus“.[ii]

Was dieser Gast anscheinend nicht wusste war, dass Kant zu diesem Zeitpunkt gewohnheitsgemäß seit etwa 24 Stunden nichts gegessen hatte – was wohl auch zu seiner genüsslichen Art zu essen beitrug. Nach Ansicht des Philosophen sei nämlich eine Mahlzeit täglich dem Körper zuträglicher als mehrere, wie er auch in einem Antwortschreiben auf Hufelands Buch, welches im Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst erschien, explizit erklärte.[iii] Allgemein propagierte Kant in diesem Antwortschreiben die Einhaltung eines strikt regulierten Tagesablaufs, wie er ihn selbst auch pflegte. Er ließ sich täglich gegen 4:45 Uhr wecken, machte abends zu einer festgelegten Zeit seine Spaziergänge und ging pünktlich um 22 Uhr zu Bett. Ein ausgedehntes Mittagessen, zu dem regelmäßig Gäste geladen waren, rundete den Tagesablauf ab.

Niemals alleine zu speisen

Kant hatte nicht nur sehr konkrete Vorstellungen hinsichtlich der richtigen Ernährung, sondern auch die begleitenden Umstände des Mittagsmahls betreffend. Wichtig war für Kant, niemals alleine zu speisen. An einem verlassenen Esstisch mit seinen Gedanken alleine zu bleiben sei erschöpfend, befand er, weshalb er großen Wert auf mittafelnde Gäste legte, die mit ihrer Unterhaltung Zerstreuung versprachen. Auch über das Tischgespräch stellte Kant Überlegungen an. So war es für ihn essenziell, dass alle bei Tisch sich miteinander unterhalten konnten und die Gesellschaft nicht in kleinere Grüppchen zerfiel. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Anzahl der jeweils geladenen Gäste, die sich stets zwischen der Zahl der Grazien und derjenigen der Musen bewegen sollte. Kant selbst hatte in seinem Haushalt sechs Gedecke – die goldene Mitte also.

Die Unterhaltung bei Tisch sollte als Spiel angesehen

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Tischgesprächs war für Kant, dass dieses mit einer gewissen Leichtigkeit und Freiheit einhergehen sollte. Die Unterhaltung bei Tisch sollte als Spiel angesehen werden, bei dem keine Streitigkeiten entstehen sollten. Bildete sich doch einmal eine ernsthafte Auseinandersetzung, konnte diese am besten mit einem Scherz beendet werden, um gegensätzliche Ansichten zu versöhnen. Die gemeinsame Mahlzeit stellte also den Rahmen für einen Meinungsaustausch zur Verfügung, in dem nicht jedes Wort auf die Waagschale gelegt werden sollte. Nicht die ernsthafte, tiefgründige Auseinandersetzung mit Argumenten und Gegenargumenten steht im Zentrum des Gesprächs, und das gemeinsame Mahl soll auch nicht allein „die leibliche Befriedigung, – die ein Jeder auch für sich allein haben kann – sondern das gesellige Vergnügen […] zur Absicht haben“.[iv]

Bei Tisch: So vergrößerten sich mit den Jahren auch Kants Kenntnisse

Bei Kants mittäglichen Zusammenkünften achtete der Gastgeber darauf, seine Gäste mit viel Sorgfalt auszuwählen und auch unterschiedliche Leute um sich zu scharen. So war es nicht ungewöhnlich, dass die Tischgesellschaft aus Leuten aus verschiedenen Ständen zusammengesetzt war. Auch achtete Kant darauf, kontrastierende Meinungen zu versammeln, um so die Gespräche bei Tisch abwechslungsreich und anregend zu halten. So vergrößerten sich mit den Jahren auch Kants Kenntnisse in vielen Bereichen und er war bekannt dafür, über jedes beliebige Thema ausgiebig sprechen zu können. Dabei wurde ihm allerdings immer wieder vorgeworfen, er wolle das Gespräch bestimmen und müsse immer Recht haben. Besonders gut zeigt sich dies am Beispiel des steirischen Grafen Gottfried Wenzel von Purgstall (1773–1812). Als dieser sich in Königsberg aufhielt, wurde er von Kant eingeladen, war jedoch im Nachhinein verärgert über seinen Gastgeber, der unaufhörlich redete und alles besser zu wissen schien. Kant widersprach Purgstall selbst in Belangen, die die Steiermark, also die Heimat seines Gastes, betrafen.

Kants Wissen war äußerst umfassend und beschränkte sich nicht nur auf Dinge, mit denen er unmittelbar konfrontiert war. So hielt er z.B. in Königsberg Vorlesungen über physische Geographie, was die Geographie in den Kreis der akademischen Disziplinen einführte. Dabei erstaunte er seine Zuhörer, zu denen auch Johann Gottfried von Herder zählte, mit äußerst klaren Vorstellungen und Beschreibungen über entlegene Länder und Gebiete. Diese Kenntnisse eignete er sich durch die Lektüre zahlreicher Reisebeschreibungen an.[v]

Neue Welt: Er reiste nicht körperlich aber gedanklich doch sehr weit in die Ferne

Obwohl sich Kant selbst physisch nie weit oder für längere Zeit von seiner Heimatstadt entfernte, reiste er gedanklich doch sehr weit in die Ferne. Sein Interesse diesbezüglich liegt wohl zum Teil in seiner unmittelbaren Umgebung begründet. Königsberg war zu Kants Zeit eine bedeutende Handelsstadt, das wirtschaftliche Zentrum des östlichen Ostseeraumes. Tagtäglich war Kant schon früh mit Menschen und Waren aus fernen Ländern, wie beispielsweise exotischen Gewürzen, konfrontiert und lernte so über die Hafenstadt die Welt kennen. Dadurch wurde sicher auch sein internationales Denken über das Zusammenleben und die Moralphilosophie beeinflusst.

Damit passt Kant hervorragend in die Verlagsphilosophie des Neue Welt Verlags, der dabei helfen soll, die oft vermeintlichen kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören. Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn uns bewusst ist, dass dieser Weg kein einfacher ist. Wir möchten Brückenbauer zwischen den Kulturen, Religionen und Standpunkten sein. Kant soll hier als gutes Beispiel dienen und als Vorbild vorangehen. Er war ein aufgeschlossener Mensch, wie sich schon an den unterschiedlichsten Gästen zeigte, die er zum Essen einlud. Ohne Königsberg zu verlassen, knüpfte er Verbindungen zu fernen Ländern, über die Vielfalt, die er in seiner Heimatstadt kennenlernte. Er hieß die Welt und was sie zu bieten hatte willkommen und zeigt uns damit, dass es nicht nötig ist, die Welt zu bereisen, um weltgewandt zu sein. Dafür reicht alleine der Mut, sich auf Neues und bisher Unbekanntes einzulassen.

Orient-Okzident! Morgenland-Abendland

Türkische Küche(Orient) und Kant(Okzident) – wo sind die Verbindungen? Wie lässt sich das „aufklären“? Gerade in unserer heutigen Zeit, die leider immer wieder stark von Intoleranz und Ignoranz geprägt ist, ist es besonders wichtig, Ausschau nach Gemeinsamkeiten statt Unterschieden zu halten. Diese Gemeinsamkeiten lassen sich oft in Dingen finden, die unbedeutend erscheinen, es aber beileibe nicht sind. Kants Vorstellung einer Tischgesellschaft soll hier als Exempel dienen um mit Vernunft und Verstand wieder zusammen zu kommen. Für den deutschen Philosophen standen Geselligkeit und Unterhaltung im Mittelpunkt der gemeinsamen Mahlzeit – eine Einstellung, wie sie uns auch aus der Türkei bekannt ist. Gleiche Ideen und Vorstellungen können also unabhängig von räumlichen und kulturellen Gegebenheiten vorhanden sein.

Kants lieblingsspeise, den Kabeljau nennt auch Turska (Türkei) 

Auch über Kants Lieblingsspeise, den Kabeljau, lässt sich auf etymologischer Ebene eine interessante internationale Brücke bauen. So heißt der bei uns auch als Dorsch bekannte Fisch im Finnischen turska – was auf Kroatisch Türkei bedeutet. In den kontinentalskandinavischen Sprachen, also Dänisch, Schwedisch und Norwegisch, wird der Kabeljau torsk genannt, was mit der finnischen Variante nahe verwandt ist. Jedoch endet die Verbindung Skandinaviens zur Türkei nicht hier. Der altnordischen Mythologie nach stammen die skandinavischen Götter ursprünglich aus Asien, genauer gesagt der Türkei. Der Göttervater Odin(Woden, Wōden)  wird in der Forschung oft mit einem türkischen Schamanen gleichgesetzt. Durch ihn und seinesgleichen etablierten sich viele türkische Wörter in den skandinavischen Sprachen, allen voran der Name Odins selbst, der sich aus dem türkischen Wort „Odun“ (Holz , Baum) ableiten lässt und an den Lebensbaum sowie die Naturverbundenheit des schamanischen Lebens erinnert. Mit diesem Thema werde ich mich jedoch demnächst in einem eigenen Buch beschäftigen.

Aufklärung

Nach Kant muss man die Frage, ‘Was ist der Mensch?“, auf drei Weisen hin untersuchen:  „Was kann ich wissen?“ (Metaphysik), „Was darf ich hoffen?“ (Glaube) und die für uns entscheidenden Frage: ‘Was soll ich tun?“ Warum ist die Philosophie Immanuel Kants aktueller denn je? Wir können es ganz einfach beantworten: Wegen sein Begriff der „Pflicht gegen sich selbst: Seine Forderungen waren mutig und revolutionär. 231 Jahre nach seiner berühmten Antwort auf die selbst von ihm gestellte Frage „Was ist Aufklärung?” ist seine Philosophie brandaktuell:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeitist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitungeinesandern zu bedienen. Selbstverschuldetist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache de selben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. ‚Sapereaude! HabeMut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist als oder Wahlspruch der Aufklärung.“


Diese Worte, die Kant formulierte, sind heute noch genauso aktuell wie zu Lebzeiten des großen Philosophen und sollten viel öfter Beachtung finden. Es ist noch ein weiter Weg dahin, uns als tatsächlich aufgeklärte Gesellschaft bezeichnen zu können. Wir alles Neue Welt Verlag möchten mit diesem Buch einen Schritt in die richtige Richtung wagen.

Unsere Verlagsphilosophie war und ist:  „Aufklärung statt Vernebelung,  Tiefenschärfe statt Oberflächenpolitur,  Empathie statt Egomanie,  Auseinandersetzung statt Belehrung,  Differenzierung statt Vereinfachung. Analyse statt Infotainment.“

Der Neue Welt Verlag will zeitgemäße Themen anbieten: Politik, Zeitgeschichte, Religion, Philosophie, also Wissenswertes aber auch Unterhaltsames sowie Autoren unterschiedlichster Kulturen und Religionen in den Brennpunkt des Leserinteresses rücken. Denn ohne es zu wissen, sind wir eigentlich alle Philosophen.  Gerade in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Traditionen des Islam, mit dem Christentum und mit dem Judentum scheint mir der Kant’sche Ansatz plausibel. Kant hat nicht den Talmud, die Bibel, das Neue Testament oder den Koran verworfen, vielmehr begab er sich auf die Suche nach der Wahrheit über die im Menschen tief schlummernden Werte, die Tugenden, die Seele und das Gefühlsleben. Er eröffnete damit einen weiteren Weg, um unseren Zweifeln im Glauben zu begegnen.

Marianne Williamson schreibt in ihrem Buch „A return to love“:   „Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit“.  Ist es tatsächlich die Angst vor dem Licht, nicht vor der Dunkelheit, die wir philosophisch fürchten?

Wir sollten doch vor unserem Licht und vor anderen keine Angst haben!  Dieses Kantbuch soll uns in diesem Sinne die Angst nehmen, die uns gelegentlich überkommt, wenn wir einen Gedanken nicht ausreichend fassen können oder einen Begriff vorschnell abgrenzen oder erst gar nicht verstehen.

Kurz, es soll uns auch zum Selbstdenken anregen. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.    Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen…Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter?  So ist die Antwort: Nein, wohl aber in einem Zeitalter der Aufklärung,“ sagte Kant.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich mit meinen kleinen Möglichkeiten bereits seit über einem Vierteljahrhundert, eine verbindende und tragfähige moralische Brücke zwischen dem Christentum, dem Judentum und dem Islam zu bauen. Mir ist es dabei wichtig, dass die Religionen weder politisch, noch wirtschaftlich missbraucht werden.

Die Philosophie des Neue Welt Verlags ist die Verständigung zwischen den Kulturen und Toleranz gegenüber anderen mit Hilfe von Literatur zu fördern. Nur wer sich nicht weiterbildet, hat Angst vor dem Fremden und vor Aufklärung. Literatur hilft dabei, wissend und folglich aufgeklärt und tolerant zu werden. Literatur verschafft uns Zugang zu „neuen Welten“, und zwar im direkten wie im übertragenen Sinn. Wir müssen die Muße zeigen, auch im Unbekannten das Gute zu sehen. Kulturelle oder auch religiöse Unterschiede sollten nicht als Schranken gesehen werden, die zur Abgrenzung dienen. Der Fokus sollte auf dem Gemeinsamen liegen, was wir auch mit diesem Buch zum Ausdruck bringen möchten. So sollen türkische Köstlichkeiten im Spiegel von Kants Gedankenwelt eine kulinarische sowie auch philosophische Bereicherung darstellen.

Ein österreichisches Sprichwort sagt: „Durch’s Reden kommen d’Leut zam.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, geschätzte Leser und Leserinnen, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum Brückenbau durch gemeinsames Essen und Trinken und vor allem durch empathische Dialoge zwischen den Menschen, den Kulturen und den Nationen hier in dem Fall mit kantischen Zitate und Sprüche ein!

Birol Kilic, Verleger, Dezember 2018

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[1] Christoph Wilhelm Hufeland: Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern. Zweyter Theil. Wien und Prag, 1798. S. 156.

[1] Arsenij Gulyga: Immanuel Kant. Aus dem Russischen übertragen von Sigrun Bielefedt. Frankfurt/Main, 1981. S. 196.

[1] Vgl. Immanuel Kant: Von der Macht des Gemüths durch den blossen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu seyn, von I. Kant. Ein Antwortschreiben an Hrn. Hofr. und Professor Hufeland. In: Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst 5 (1797), 4, S 701–751, hier: S. 729.

[1] Johann Friedrich Herbart (Hg.): Immanuel Kants Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Vierte Originalausgabe mit einem Vorwort von J.F.Herbart. Leipzig 1833. S.241.

[1] Vgl. https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/kant-immanuel/3975.

[1] Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift, 1784, H.12. S. 481–494.

Bedeutende Werke Kants

1755: „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des gesamten Weltgebäudes nach Newtons Grundsätzen“
1781: „Kritik der reinen Vernunft“
1784: „Was ist Aufklärung?“(Artikel in der freigeistigen „Berlinischen Monatsschrift“)
1785: „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“
1788: „Kritik der praktischen Vernunft“
1794: „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“
1795: „Zum ewigen Frieden“

Immanuel Kant: „Zum ewigen Frieden“ (1795)

Der Fanatiker „ist eigentlich ein Verrückter von einer großen Vertraulichkeit mit den Mächten des Himmels. Die menschliche Natur kennt kein gefährlicheres Blendwerk“.

Immanuel Kant: „Versuch über die Krankheiten des Kopfes“ (1764)

„Da die Art, wie Staaten ihr Recht verfolgen, nur der Krieg sein kann – so muss es einen Bund von besonderer Art geben, den man den Friedensbund nennen kann …“

Immanuel Kant: „Zum ewigen Frieden“ (1795)

„Gemütsarten, die ein Gefühl für das Erhabene besitzen, werden durch die ruhige Stille, wenn das zitternde Licht der Sterne durch die braunen Schatten der Nacht hindurchbricht, allmählich in hohe Empfindungen gezogen.“

Immanuel Kant: „Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen“ (1764)

„Erhaben ist also die Natur in derjenigen ihrer Erscheinungen, deren Anschauung die Idee ihrer Unendlichkeit bei sich führt.“
Immanuel Kant: „Kritik der Urteilskraft“ (1790)

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Kants Wanderung über das Nebelmeer

„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Buchpräsentation des Neue Welt Verlag  am 5.Dezember 2017 in Palais Eschenbach
mit der Unterstützung  des Österreichischen Gewerbevereins und der
Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Kants Wanderung über das Nebelmeer:
„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Eröffnung : Internationaler Preisträger Julij Malakh, Violine
Werke: Johann Sebastian Bach Allemanda und Sarabanda aus Nr.2 in d-Moll.BWV 1004

Neben dem Herausgeber und Verleger DI Birol Kilic und Autor Dr. Gregor Bernhard-Königstein haben folgende Personen am Podium gesprochen.

Frau Kommerzialrat  Margarete Kriz-Zwittkovits- Ehrenpräsidentin Österreichische Gewerbeverein

Herr Dr. Werner Fasslabend -Präsident des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik / AIES

Herr Otmar Lahodynsky-Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten/ Profil Journalist

Herr Klaus Prömpers-ZDF Ex Südosteuropa Chef

Efgani Dönmez, PMM. Abgeordneter zum Nationalrat; Österreichische Volkspartei

 

 


 

 

 

 

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft
im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs

Eine poetisch-humorvolle Einführung in das kritische Werk Kants und in die daraus resultierende, verzweifelte Gottessuche des Königsberger Philosophen, die uns nicht den nüchternen, sondern einen neuen romantisch-mystischen Kant zeigt.

Zugleich schlägt der Autor eine naturphilosophische Neupositionierung Kants vor:  der Leser begleitet den Spaziergänger Kant auf seinen eigentlichen Wanderungen, den metaphysischen – optisch unterstützt durch den norddeutschen Künstler Caspar David Friedrich – zu Kants gleichlautenden erhabenen Naturmetaphern, dem „Nebelmeer“ und dem „bestirnten Himmel über ihn“, um letztlich dahinter die „Dinge an sich“ zu entdecken, die übersinnlich in einem Reich natürlicher und moralischer Zwecke zueinanderstimmen.

Dass Kant den physikotheologischen Gottesbeweis eigentlich nicht widerlegen will, sondern ihm ein neues moralisches, ewig gültiges Fundament gibt, kann der Autor hier erstmals biographisch schlüssig mit der psychologischen Entwicklung von Kants Denken und Fühlen belegen. Damit wird der oft „säkularisierte“, aber hier neu gelesene Kant zur möglichen Basis des „Intelligent Design“, sowie zur ermutigenden Orientierungshilfe für den Gottsuchenden heute, gerade wo die Religionsfreiheit durch das Sittenbild des Islam wieder in Diskussion steht, die für den Verleger auch einen großen Stellenwert hat. Den Abschluss bildet eine für den Ethikunterricht geeignete, erste deutschsprachige Kantballade.

Einer der frühesten Kantforscher, Karl Rosenkranz (1805 – 1875), der mehrmals Rektor der Königsberger Universität war, schrieb einmal: „Daß Kant hier das Licht der reinen Vernunft anzündete, erkläre ich mir so, wie die Holländer auch die besten Landschaftsmaler wurden. Im Dunkel sucht man nach Licht.“

Dieser „Gedanke des Behauptungswillens“ gegen die unwirtlichen Kräfte des nebeligen Wetters in nördlicher Breiten, der sich durch viele Metaphern Immanuel Kants zieht und sich durch seine physikotheologische Würdigung der Erhabenheit der Natur bestätigt, ist in diesem vorliegenden Essay über den metaphysischen Spaziergänger Kant konsequent durchgeführt. Nur wird hier nicht die realistische Landschaftsmalerei der Holländer, etwa eines Jakob van Ruisdael – immerhin als qualifizierte Natur – herangezogen, sondern die idealistische Bilderwelt von Kants näherem Zeit- und Ortsgenossen Caspar David Friedrich. Das Motiv des „Wanderers über dem Nebelmeer“ wurde schon von Lovis Corinth mit Kant als Spaziergänger über Königsberg nachgeahmt.

Es handelt sich also bei unserer Nebelwanderung um ein Opus, das darauf wartete, einmal geschrieben zu werden, und mich durch die seltene Studienfächerkombination aus Philosophie und Kunstgeschichte erst finden musste.

Selbst wenn Kant als junger Professor der Geographie, auch um viele Hörer zu bekommen, mit Vorliebe über populäre Themen referierte, wie: „Ob die Westwinde in unseren Gegenden darum feucht seien, weil sie über ein großes Meer streichen“, erweckte die Liebe zur Natur und ihrer Reflexion eigentlich schon Kants, leider früh in der Adoleszenz verstorbene, pietistisch gesinnte Mutter, die ihm nach seinem Selbstzeugnis, nicht nur den „ersten Keim des Guten“ in ihm legte, sondern auch das „Herz für die Eindrücke der Natur öffnete“ und – in dieser Reihenfolge – seine „Begriffe erweckte und erweiterte“.

Die meisten Kantbiographien und Erläuterungen seiner kritischen Lehre konzentrieren sich auf den ersten analytisch-logischen Teil der „Kritik der reinen Vernunft“, und viele (erste) Kantleser haben große Schwierigkeiten mit dem „a priori“. – Ja, wie sollen transzendentale Erkenntnisse ohne empirisches Bewusstsein – kein Mensch fällt vom Himmel – möglich sein. Dieser chronologische Mangel der Ausklammerung der Kindheit oder des Erwachsenwerdens wird, wie kaum gewusst, von Kant selbst in der kritischen Phase in seiner „Orientierungsschrift“ noch einmal umgedreht. Da geht er vom „a posteriori“ aus, und er reduziert die Empirie schrittweise, um zur transzendentalen Vernunft vorzustoßen, mit der er sich nochmals mit der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Kritik der Urteilskraft“ auf dieselbe dialektische Reise des zweiten Teiles der „Kritik der Vernunft“ begibt. Und ab da gelingt es ihm als Teil der Vernunft oder des Ichs etwas mitzunehmen, worauf er zuvor noch verzichten musste, auf die Welt der Gefühle, die am Beginn all seiner Denkprozesse in der vorkritischen Phase stehen und sich erst in Begriffe „auswickeln“ mussten und müssen.

So wollen wir in dieser metaphysisch-ästhetischen Schrift insbesondere ermessen, welche Rolle das Gefühl der Erhabenheit der Natur, die Caspar David Friedrich – ganz gewiss als Kantianer – mit metrologischer Qualität dargestellt hat, für Kants Transzendental- und Moralphilosophie spielte, und wir stoßen tatsächlich auf eine bisher nicht genügend beachtete Stelle in einer Frühschrift Kants, die man religionspsychologisch nur als mystisches Erweckungserlebnis bezeichnen kann. Dass Kant, nachdem er die Endlichkeit des Denkens bewiesen hatte, und damit den Materialismus zugleich mit einer schon verfallenen Scholastik entsorgte, und damit im Stile des Humanismus Ciceros wieder für den Glauben Platz schuf, nicht im luftleeren Raum agiert, denn an der platonischen Ideenwelt konnte er nicht mehr hochklettern, ist nicht allein seinem mutigen umfassenden Dogma der Freiheit zu verdanken, sondern eben auch seiner späteren Zuneigung zur Physikotheologie, die mehr als eine regulative Idee (oder des regulativen Gebrauches einer transzendentalen) auch seine „Dinge an sich“ als verbleibenden realen Rest in einem „Reich der Zwecke“ miteinander verbindet. Sei dieses nur, wie im „Opus postumum“, eine erste „Vorahnung“ der Quantenwelt, ein „hinreichender Beweis für eine verständige Weltursache“ oder – der Antinomie der Gerechtigkeit folgend – postuliertes himmlisches Jerusalem, jedes Zeitalter hat seine eigene Sprache und sein Wissen Kant neu und anders zu lesen.

Kants Religion der „inneren Moral“ oder des Gewissensgesetzes bietet aber – ähnlich wie dem Theologiestudium seit den Anfängen der Wissenschaft eine Artistenfakultät vorgereiht ist – auch den Laien heute einen humanistischen Minimalkonsens, der allen Gläubigen, egal welcher Religion, zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens, wie auch eines jeden inneren Friedens, dringlich zur Kenntnis gebracht werden sollte.

Neue Welt Verlag

Kants Wanderung über das Nebelmeer
Neue Welt Verlag
978-3-9503981-9-9
Österreich: 9,90EUR (AT), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer

Aus den Forschungen zu Orient und Okzident
herausgegeben  von Birol Kilic- Buchreihe 5

Der Autor ist Dr. Gregor Bernhart-Königstein und
Verleger DI Birol Kilic.

 

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Buchpräsentation: Orient und Okzident! ‒ „Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“. Jetzt als Buch… 24 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ca. 780 Seiten, 40 Abbildungen. Die Präsentation am 30.11.2016 in den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattgefunden.

„Dieser Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der inzwischen höchst emotionalisierten Debatte über das Verhältnis zwischen dem historischen „Orient“ und der Habsburgermonarchie, aber auch dem Verhältnis Österreichs vor und nach 1918 mit dem Osmanischen Reich bzw. der Türkei bis herauf in die 1960er-Jahre. Ein wissenschaftlich geprägter nüchterner Blick auf die historischen Wechselbeziehungen ist gerade aufgrund der aktuellen Funktionalisierung der Geschichte zwischen „Orient“ und „Okzident“ eine wichtiger Beitrag zu einer demokratischen und aufgeklärten Bildungsarbeit in der Gegenwart.“

Univ.-Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb

Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte  der Universität Wien

„Der Neue Welt Verlag legt mit diesem facettenreichen Band einen gewichtigen Beitrag zur langen Geschichte von Interaktionen zwischen Orient und Okzident vor. Damit beweist er erneut sein gesellschaftspolitisches Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem bedeutungsvollen Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen!“

Prof. Dr. Arnold Suppan

Österreichische Akademie der Wissenschaften

 

„Der vorliegende Band positioniert sich innerhalb der neueren historiographischen Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen Orient und Okzident: Thematisiert werden nicht nur kriegerische Konflikte, sondern beispielhafte Tiefenbohrungen beleuchten zahlreiche Aspekte eines vielfältigen Austausches. Anregend, breit angelegt und damit ein Buch für all jene, die sich fundiert über dieses besondere Verhältnis informieren wollen.“

Prof. Dr. Arno Strohmeyer 

Universität Salzburg

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?


„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“

von Birol Kilic / Verleger

Es ist für unseren Neue Welt Verlag mit Sitz in Wien eine große Freude, dieses Buch mit 24 Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (23 Aufsätze) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin, des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, der Universität Wien, dem Museum für angewandte Kunst in Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Belgrad, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Westböhmischen Universität Pilsen als auch Freischaffenden verschiedenster Fachbereiche zu verlegen.

Eine historische Betrachtung des Verhältnisses zwischen „Orient“ und „Okzident“, beides weit mehr als Raumkategorien, verweist auf ein enges Beziehungsgeflecht, das sich über die Jahrhunderte aufbaute. Wie die hier versammelten Beiträge mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Nachbarn Habsburgermonarchie und Osmanisches Reich zeigen, standen neben den bekannten kriegerischen Auseinandersetzungen eine Vielzahl friedlicher Interaktionen und ein reger Austausch. In der historischen Reflexion wird ein wirkmächtiges Naheverhältnis sichtbar, das sich aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, aus Begegnungen und Bilderwelten speiste.

Mit großer Anerkennung schaue ich auf den Fleiß der Autorenschaft, die ein umfangreiches archivalisches Datenmaterial und zahlreiche literarische Quellen in 23 Aufsätzen wissenschaftlich auswertete. Man kann schon jetzt sagen, dass dieser Sammelband auf allen Ebenen großes Interesse finden wird! Das Buch wird eine sehr wichtige und zukunftsweisende Quelle für Akademikerinnen und Akademiker, Kulturinteressierte, Journalistinnen und Journalisten sowie für Medien und Politik sowohl heute und als auch in Zukunft sein.

Dr. Wolfgang Ederer CEO (Präsident, Weltstahlverband Voestalpine AG CEO) Dr.Hans-Peter Siebenhaar, Handelsblatt (Südosteuropa Chef)

Die Autorinnen und Autoren wurden bewusst interdisziplinär ausgesucht, die Forschungsbereiche sind bunt gemischt. Iranistik, Musikwissenschaft, Afrikawissenschaft, Palästinaforschung und Orientalistik kommen in diesem breit angelegten Sammelband ebenso zur Geltung wie Geschichte, Byzantinistik, Sozialanthropologie, Vexillologie (Fahnen- und Flaggenkunde), Wirtschaftsgeschichte, Osmanisches Reich oder Südosteuropa, die Habsburgermonarchie…

Der vierte Band unserer jungen Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident““ zeigt Begegnungen und Wahrnehmungen von Menschen aus fünf Jahrhunderten in diesen weit gefassten und sich überlappenden Räumen ‒ hier mit dem Fokus auf das Osmanische Reich bzw. die Republik Türkei und die Österreichisch-
Ungarische Monarchie bzw. die Republik Österreich ‒, ohne die Krisen, Kämpfe und Schwierigkeiten dieses immer höchst brisanten und spannenden Beziehungsgeflechts auszuklammern.

 

Allerdings basieren die diplomatischen Beziehungen der Republik Österreich mit der modernen Türkei auf einer langen Tradition des Austausches zwischen dem Römischen Reich und der Hohen Pforte.

Im Jahr 1998, also vor rund 18 Jahren, schrieb ich für das Österreichische Bundeskanzleramt im Auftrag des Österreichischen Bundespressedienstes den Aufsatz „Das Österreichbild in der Türkei“. Er wurde in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafterinnen und Botschafter in der ganzen Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische Staatsbürger. Im Zuge des Wirtschaftswunders kamen sie nach Österreich.

Sie und ihre Nachkommen sind mit Stand 2016 sowohl als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter,  Unternehmerinnen und Unternehmer (ca. 14.000), als Anwälte ebenso wie auch in der Kunst und der Wissenschaft, davon ca. 3.500 als Studentinnen und Studenten, tätig. Die große Mehrheit sehen Österreich als ihre liebe „Neue Heimat“ (trk. Yeni Vatan) und verstehen sich vor allem als säkulare Verfassungspatrioten. Die Mehrheit der Österreicher hat auch gelernt, in seinen ausländischen Mitmenschen nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu sehen und sie zu schätzen.

Wir wissen aber auch, dass die Intoleranten ‒ ich meine hier alle ‒ für ihr de facto außer oder an der Grenze des Verfassungsbogens liegendes Verhalten und ihre Bewegungen Toleranz einfordern. Hier sollte durch Wissen, Erfahrung und Weitblick die Spreu vom Weizen getrennt werden, wofür wiederum eine sachliche, belegbare und objektive wissenschaftliche Forschung notwendig ist. Das wollen wir mit dem Buch „Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ mit viel Liebe, Mühe und Geduld auf ca. 800 Seiten zeigen.

Mein Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn auch wenn es banal scheinen mag, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, in der Kaffeekultur finden. „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“, sagt ein türkisches Sprichwort, das im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır“. Das Verstehen der Menschen untereinander beginnt mit gutem Zuhören ‒ und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees?

Wer in Wien auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist auch die Besonderheit der Institution des auch in der Türkei geschätzten österreichischen Kaffeehauses, wie man es detailgetreu nachgebaut in der Innenstadt von Istanbul findet. Man serviert dort echten Wiener Kaffee und frische Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits allgemein „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt…

Die Beziehung zwischen Österreich und der Türkei hat sich seit 1998 mit vielen Höhen und Tiefen unglaublich verändert. Wir könnten heute sehr viele negative Ereignisse vermerken. Das war auch in der Vergangenheit so. Dabei darf man diese beiden Länder nie unterschätzen. Es heißt gespannt zu bleiben, die Ereignisse mit Verstand und Vernunft mitzuverfolgen und sich zuverlässig ohne Opportinusmus auszutauschen.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich ‒ bereits seit über einem Vierteljahrhundert ‒, eine verbindende und tragfähige Brücke zwischen Österreich und der Türkei zu bauen. Das ist eine große Herausforderung. Ich glaube aber, dass es mit vernünftiger und verständlicher Aufklärung möglich ist. Obwohl immer wieder Höhen und Tiefen zu überwinden sind, werden wir auch in Zukunft diesen, vom interkulturellen Dialog und der Mitmenschlichkeit vorgezeichneten Weg gehen!

Sind in den letzten Jahren nicht genügend Aufsätze und Bücher über den Nahen Osten und seine Geschichte geschrieben worden? Diese Frage versuchte ich im Jahre 2012 bei der Präsentation des Buches „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ im Palais Eschenbach zu beantworten und skizzierte bei dieser Gelegenheit kurz meinen Traum, Brücken zwischen dem Orient und dem Okzident zu schlagen.

2012 war eine Zeit, wo wir als aus der Türkei stammende Österreicherinnen und Österreicher bereits ahnen konnten, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Dafür muss man kein Hellseher sein, sondern man benötigt ein tiefes Wissen und Erfahrungen über den Orient und den Okzident. Wir haben die Entwicklungen im Nahen Osten mit den westlichen und östlichen Interventionen, Stellvertreterkriegen und den hybriden Kriegstaktiken, die sich weit vom Völkerrecht entfernt haben, mitverfolgt.

Deswegen wollten wir ein umfangreiches Buch mit seriösen Personen aus der Wissenschaft herausgeben, das die Beziehungen und Begegnungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und menschlichen Bereich beleuchten soll. Man wird daraus lernen, dass die Beziehungen zwischen dem christlichen Okzident und dem islamischen Orient nie in dieser oft kolportierten Distanz bestanden. Schaffen wir Fundamente für ein friedliches Zusammenleben! Wir sollten nicht das Trennende, sondern das Verbindende sehen und uns dies immer wieder in Erinnerung rufen!

Die jüngsten – leider sehr negativen und bestürzenden – internationalen und nationalen Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass das Beziehungspaar „Orient und Okzident“ – mit seinen beiden als Gegensatz hingestellten, aber weit über Raumkategorien hinausgehenden Begriffen ‒ zum wichtigsten weltpolitischen Thema unserer Zeit geworden ist.

Die gegenwärtige Lage in der Türkei, dem Nahen Osten und dem arabischen Raum sowie die darauffolgenden Reaktionen in Europa und Österreich im Besonderen haben diese umfassende Thematik in all ihren Facetten wieder verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit gerückt. Tagesaktuell werden die Themen „Terrorismus“, „Flucht“, „Migration“ und „Integration“ im Zusammenhang mit „dem Islam“ kontrovers und heftig diskutiert. Niemand kann sich dem entziehen und viele sind alleine schon mit den Tagesnachrichten zu Recht überfordert. Oft wird pauschalisiert und die Spreu vom Weizen absichtlich oder einfach aus Dummheit nicht getrennt. Oft zeugen die Diskussionen nicht nur von der Unfähigkeit, Antworten auf die brennendsten Fragen unserer Zeit zu finden, sie lassen auch historisches Hintergrundwissen außer Acht. Diesem Mangel an Wissen möchte der vorliegende Sammelband entgegenwirken.

Eigentlich währt ja die Begegnung länger als diese fünf Jahrhunderte. Denn wer heute eine Semmel isst, dazu in eine deftige Wurst beißt und das Ganze mit einem Krug Bier hinunterspült, mag sich fühlen wie ein typischer Österreicher oder Bayer. In Wahrheit stammen diese Lebensmittel alle aus dem alten Orient. Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. schenkten die Menschen, die zwischen Euphrat und Tigris oder in Ostanatolien wohnten, in ihren Kneipen sage und schreibe über 20 Sorten Gerstensaft aus!

Die Wurst ersannen Köche in Babylonien. Und wussten Sie, dass das Wort Semmel vom orientalischen Ausdruck „samidu“ (weißes Mehl) abgeleitet ist? Haben Sie gewusst, dass das Wort Joghurt eigentlich ein türkisches Wort ist? Die Grundbedeutung des Wortes ist „kneten“. Es ist bis heute eines der Hauptnahrungsmittel in der ausgezeichneten türkischen Küche und wird oft von den Hausfrauen selbst hergestellt.

Wie können wir als Neue Welt Verlag dazu beitragen, diese oft vermeintlich kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören? Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn wir wissen, dass das nicht einfach ist.

Nach der Ideenentwicklung ist es in unermüdlicher wissenschaftlicher, redaktioneller, lektorieller und grafischer Detailarbeiten nun gelungen, gemeinsam mit unserem Herausgeberteam und allen Autorinnen und Autoren das Kind aus der Taufe zu heben!

Für einen Verlag bedeutet ein solches Projekt eine große Anstrengung ‒ in organisatorischer und finanzieller, in materieller und immaterieller Hinsicht. Umso mehr freut es uns, wenn das Werk geglückt ist, was nicht zuletzt auch Sie als Leserinnen und Leser entscheiden!

Kindheit und ein alter Traum (Istanbul, Hamburg, Zürich etc., Wien)

Sie werden sich fragen, was motiviert mich so sehr, diesen Verlag mit seiner spezifischen Verlagsphilosophie voranzutreiben?

Ich will darauf einfach antworten: Wer denn sonst kann so ein Projekt vorantreiben als ein Austro-Türke und austro-türkischer  Verleger und Unternehmer, der in Istanbul, dem alten Konstantinopel, geboren ist?

Ich beziehe mich auf den Untertitel unseres neuen Buches: „Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ und möchte Ihnen aus persönlichen Erfahrungen diese Begriffe näher bringen.

Lassen Sie mich etwas weiter ausholen: Bereits als Kind wurde ich im alten Bezirk Sisli in Istanbul mit den Welten des Orients und des Okzidents vertraut, die für mich ganz normal und allgegenwärtig waren und sich zuerst als eine einzige Welt darstellten. Zuerst erstaunte es mich, dann verwirrte es mich, bis ich mich später immer tiefer mit der Geschichte und den komplizierten Zusammenhängen vertraut machte.

Bereits als Kind blickte ich zum Beispiel auf die uralte, über 30 Meter hohe Konstantins-Säule aus dem vierten Jahrhundert, die wie eh und je im Zentrum von Istanbul auf dem tief darunter liegenden Kaiserforum steht. Die Geschichte des ersten christlichen römischen Kaisers ist mir von Klein an vertraut, wenn ich die Zusammenhänge natürlich erst später verstanden habe.

Ich lief als kleines Kind besonders mit meiner Großmutter zu den historischen Stätten und zu den mit Leben und Mystik erfüllten Gotteshäusern: den alevitischen Cem-Häusern, den orthodoxen Kirchen, den muslimischen Moscheen, der jüdischen Synagoge. Wir sind dort überall hineingegangen. Es war ganz normal, sich das alles anzusehen und teilweise auch an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Später ging meine Familie nach Hamburg und Kiel, also ganz in den Norden Deutschlands.

Ich muss sagen, dort hat es mir auch ganz gut gefallen. Umso mehr lernte ich die großen Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten kennen. In Istanbul war ich in einer sehr orthodox griechischen, kirchlichen Umgebung, mit vielen Ikonen geschmückt, wo ich mich auch als muslimisches Kind zuhause gefühlt habe. Dadurch war Hamburg, mit seinen leeren, protestantischen Kirchen sehr fremd für mich. Meine Wahrnehmung hat sich dadurch total verändert.

Auch Zürich in der Schweiz lernte ich kennen. Aber Wien hat mich dann doch am meisten angezogen und so bin ich nun begeisterter Wiener. In Wien fühle ich sowohl Okzident als auch Orient, Westen und Osten, Christentum und Islam.

Mittlerweile zum Österreicher geworden, verspüre ich auch hier in Wien viele byzantinische und konstantinische Elemente unter den vielen Kulturen, die das Stadtbild prägen und geprägt haben. Man denke nur an den Wiener Jugendstil, der Anleihen an der byzantinischen Kunst und der Kunst der Osmanen genommen hat. Gustav Klimt ließ sich vom byzantinischen Stil der Goldenen Stadt genauso inspirieren wie Otto Wagner, dessen Kirche am Steinhof zu den prächtigsten Architekturjuwelen Wiens zählt.

Ich habe mich schon sehr früh für das Christentum, dessen Wurzeln ja auch in der heutigen Türkei liegen, interessiert. Für den Propheten Jesus, für den Völkerapostel Paulus aus Tarsus (Antiochia/Antakya) und den Apostel Petrus und nicht zuletzt auch die Mutter von Jesus, Maria, die in Ephesus ein Heiligtum hat. Auch die vielen Konzile interessieren mich. Zu diesen interessanten Personen und Ereignissen veröffentlichte ich mehrere Artikel in verschiedenen Medien, was man von einem Muslim und gelernten Elektrotechniker sicherlich weniger erwarten würde.

Ich persönlich fühle mich einfach als ein Muslim – Austrotürkische Alevitische Moslem -, der sowohl sein „Muslim-Sein“ bewahren, als auch sich in der Gesellschaft positiv einbringen will. Ein spirituelles Leben zu führen, muss nicht ein Widerspruch zum modernen Leben sein. Wie Jesus sagt: „Man erkennt den Baum an seinen Früchten.“ Und genau das gilt hier auch: Egal welche Religion man hat, man kann und soll trotzdem „in der Welt“ leben, also sich den Problemen stellen und sich in die Gesellschaft einbringen.

Pax Austrīaca

Um hier friedlich jetzt und in Zukunft leben zu können, müssen wir die Vergangenheit verstehen, damit wir nicht immer wieder die gleichen Fehler machen. Und hier ist die Wissenschaft gefragt, die sich zur Wahrheit verpflichtet hat.

Suchen wir den Frieden: zuerst mit uns selber, und dann mit unserer Umgebung.

Dann können wir den Frieden für die Stadt, in der wir leben und für die Welt schrittweise erreichen. Wir nennen das die PAX AUSTRĪACA.

Österreich ist heute ein sehr kleines Land, aber es hat eine große Vergangenheit, die noch heute in vielen Dingen sichtbar ist, aber auch in der „österreichischen Idee“, die man über die Jahrhunderte bis zur europäischen Vereinigung bis auf den heutigen Tag nachverfolgen kann. Es gibt aber leider auch sehr schmerzliche Beipiele und es ist unsere Aufgabe, an diesen ebenso zu arbeiten.

„PAX“ bedeutet in der lateinischen Sprache, wie Sie alle wissen, „Frieden“. Und der Neue Welt Verlag versucht, mit seinen kleinen Möglichkeiten für die PAX AUSTRĪACA zuerst im Inland und dann weltweit – in dem kleinen Rahmen, den ein Verlag wie der unsere leisten kann – an der „PAX MUNDI“, oder besser gesagt „PAX ORBI“, zu arbeiten. Eine alte Weisheit sagt: Friede im Inland bedeutet auch Friede im Ausland! Auf diese Weise möchte ich eine Saat ausstreuen und wir alle hoffen, dass sie aufgeht und reiche Frucht trägt.

Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Das Leitmotiv des Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit wir Hass und Intoleranz hinter uns lassen können. Und gerade für diese Ziele sind wir stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Religion, Wirtschaft und Migration. Als Verleger von Literatur und einem Monatsmagazin ist es mir ein Anliegen, kraft der Vernunft und des Glaubens, mit Verstand und vor allem gutem Willen – als auch fairem Kampfgeist – gegen Scheinheiligkeit und Falschheit aufzutreten. Mit unserem Team wollen wir die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und den Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen helfen. Kurz gesagt: Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Wir glauben, dass wir in Zusammenarbeit mit den beiden Herausgebern und den weiteren 22 Autoren durch dieses neue Buch mit dem Titel „Orient und Okzident“ diesem Ziel, nämlich „geistige Brücken“ zu bauen, gerecht werden.

Das neue Buch ist bereits der vierte Band der Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident“ nachdem wir 2012 die Monographie „In Hoc Signo Vinces“ über den „Heiligen Konstantinischen Orden vom Heiligen Georg“ und 2014 den bildreichen Band „Die Roten Ritter“ herausgebracht haben. Ein weiterer Band beschäftigt sich mit dem Paltonismus, ebenso ein großes Thema, das den Orient mit dem Okzident verbindet.

Ein weiteres Buch des Neue Welt Verlags hat sehr große Resonanz gefunden: Das Buchprojekt „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ hat unser Team ebenso wie das heutige Buch gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den Markt gebracht. Einige der damaligen Autoren haben auch an dem neuen Buch mitgeschrieben.

Um ein derartiges Projekt zu realisieren, braucht es außerdem vor allem eines: Eine große Liebe zur Wahrheit, da ohne Wahrheit die Liebe keine Existenzgrundlage haben kann. Die Grundlage der Wahrheit aber sind die Fakten und die Sorge, diese nicht zu manipulieren oder zu korrumpieren. Eine objektive Darstellung zu finden, sollte das Ethos und die Ehre jeder Wissenschaftlerin und jedes Wissenschaftlers sein. Ich bin darum umso stolzer, dass ich mit dem Buch „Orient & Okzident“ gegen die kursierende Doppel- bis Dreifach-Moral und allgegenwärtige Geschichtsverfälschungen ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann. Möge der Geist der Wahrheit die Wissenschaft erleuchten!

Meinen besonderen Dank spreche ich dem Herausgeberteam, Frau Barbara Haider-Wilson und Herrn Maximilian Graf, aus, die auch die redaktionelle Koordination übernommen haben. Auf die erfreuliche Zusammenarbeit blicke ich ebenso mit dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, Herrn Arno Tippow, zurück. Großzügig unterstützt haben das Projekt die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung ) in Wien. Allen 24 Autorinnen und Autoren, die wir namentlich mit ihren Kurzbiographien unten angeführt haben, spreche ich meine höchste Wertschätzung und Hochachtung aus und bedanke mich für die Geduld und Mühe, die sie bis zur Publikation in den letzten vier Jahren aufbringen mussten!

Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum vorurteilslosen Brückenbau zwischen den Kulturen und den Menschen ein!

Ein Traum wird Wirklichkeit… hoffentlich ‒ inşallah!

Birol Kilic,

Verleger, Neue Welt Verlag

Wien und Istanbul, November 2016.

Fachbücher

IMMOBILIENERWERB TÜRKEI: Buch-Neuerscheinung

aus dem Inhalt:

Über die Türkei

– Entscheidungsgrundlagen
– Darstellung der Situation
– Geschichte
– Kultur
– Religion
– Wissenschaft

Regionen

– Ägäis
– Mittelmeer
– Zentraltürkei
– Istanbul

Auswahl der Immobilien

– Wie finde ich eine Immobilie
– Alternativen zum Kauf
– Reisen in die Türkei

Kaufabwicklung

– Geldertransformation
– Hypothekarfinanzierung in Österreich, in der Türkei
– Eigentumsverhältnisse
– Einführung in das türkische Liegenschaftsrecht
– Ablauf eines Immobilienkaufs in der Türkei – kurze Darstellung
– Auswahl eines Rechtsanwalts
– Willensübereinstimmung über die Liegenschaft
– Willensübereinstimmung über den Kaufpreis
– Darstellung der Besonderheiten des TAPU
– Kosten des Liegenschaftskaufes
– Wesensmerkmale verschiedener Immobilientypen

Steuer

– Einführung in das türkische Steuersystem
– Anfall einer Steuer in Österreich
– Anfall der Steuer in der Türkei
– Örtliche Abgaben und Steuern
– Steuern, wenn kein Wohnsitz in der Türkei
– Steuern, wenn Wohnsitz in der Türkei begründet wird
– Doppelbesteuerungsabkommen

Umzug in die Türkei

– Visa
– Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen
– Darstellung des Gesundheitssystems
– Darstellung des Sozialsystems
– Pension
– Versicherung
– Telefon, Internet, Post
– Sicherheit, Polizei
– Benützen eines PKW’s in der Türkei
– Mitnahme von Tieren
– Essen und Trinken
– Einkaufen
– Etikette
– Sprache
– Erziehung, Religion

Vermietung

– Auswahl der Region
– Auswahl der Immobilie
– Ausstattung (möbliert oder unmöbliert)
– Marketing
– Vertragsgestaltung und Steuer

Vokabeln
Checklist
Index

Romane

Zungenentfernung

von Zafer Senocak

Berichte aus der Quarantänestation
1961-2001, das sind vierzig Jahre Einwanderung von Türken nach Deutschland. Zeit für eine Abrechnung. Zafer Senocak, durch seine Essaybände „Atlas des tropischen Deutschland“ und „War Hitler Araber?“ über Deutschland hinaus bekannt, legt hier ein Kaleidoskop amüsanter und grotesker Beobachtungen aus unserer Gegenwart vor. Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer größten Minderheit, den Türken, kristallisiert sich als Dreh- und Angelpunkt einer neuen, heterogenen deutschen Identität. Berichtet wird aus der „Quarantänestation“ Deutschland, nach dem Motto: Vierzig Jahre Quarantäne sind genug. Jetzt sollte man das Schiff verlassen und an Land gehen.

Poesie

Weiter Stein – Weites Herz

von Kostas Giannakakos, Christian Greiff

Moderne Griechische Poesie
Ein griechischer Vers, in dem die Götter noch im Plural leben und in dem jeder Tag mit dem Farbenspiel des Sonnenaufgangs beginnt: „Götterfreude, der griechische Tag bricht durch Rosen herauf!“ Im Griechenland des 19. und 20. Jahrhunderts gibt es einen großen poetischen Aufschwung, den die hier ausgewählten zweihundert Gedichte bezeugen. Sie wurden alle neu übersetzt und sind zum großen Teil noch nicht auf Deutsch erschienen. Lernen Sie Griechenland auf andere Weise kennen – in Texten, die gern die antiken Stoffe aufgreifen, während sie moderne Geschichte und Empfindungen darstellen. „Weiter Stein – Weites Herz“ ist eine Sammlung lebensvoller Poesie, die ihren eigenen Beitrag leistet zum Hauptwerk der Kunst, dem Menschenbild.

Leseprobe:

Die Nacht
Wenn es Mitternacht schlägt, eile nicht
Das Fenster zu öffnen. Zu jener Stunde
Kehren die Leute heim von den Theatern
Und Mädchen lassen sich lieben im Dunkeln.

Wenn es Mitternacht schlägt, ist es noch nicht Nacht.
Stolze Generalsuniformen drehen sich im Tanze
Und Beamtensfräcke verbeugen sich
Vor blütenbesteckten leeren Kleidern.

Wenn es Mitternacht schlägt, ist es noch Tag
Und deine Augen vertragen nicht so viel Licht
Und nicht der Menschen beleuchtete Gesichter.

Du musst viel Geduld haben. Und wenn du sicher bist
Dass alles in die Schränke gegangen ist,
Dass die Melodien eingewickelt sind
Und in ihren Instrumenten schlafen,
Dann öffne sacht das Fenster und schaue…

Ortsanschauungen

Kathole oder Sozi?

von Edgar Forster

Der Autor Edgar Forster schildert seine Kinder- und Jugendjahre in verschiedenen Regionen Bayerns. Angefangen mit Schulstreichen spürt man zunehmend den Geist der Rebellion, der die späten 60er Jahre kennzeichnet.
Die großen Weltanschauungen des Katholizismus und Sozialismus machen auch vor den Mikrokosmos bayerischer Kleinstädte nicht Halt. Edgar Forster zeigt in seinen Ortsanschauungen wie diese ideologischen Auseinandersetzungen auf lokaler Ebene zum Teil in lustigen, zum Teil in lächerlichen Episoden ihren Ausdruck finden. Don Camillo und Peppone gibt es eben auch in Bayern.

Märchen

Leyla und Medjnun

von Aras Ören, Peter Schneider

Der Zenne zieht aus einem Stapel eine Karteikarte hervor, studiert sie.
Heute restaurierte ich LM-88714, eine Geschichte aus dem fernen Orient, meine letzte Verschwundene, Wer außer mir kennt sie, wer wird sie vermissen? Wer wird euch hören, wer mit euch streiten, wen solltet ihr rühren, Leyla und Medjnun? Nützt die Zeit, die ich euch gebe, wehrt euch, widerlegt, überwältigt mich, sucht für eure Geschichte einen anderen, einen glücklichen Schluss. Denn in zwei Stunden seid ihr wieder Papier.
Der Zenne zieht den Vorhang auf. Auf der Bühne liegen und kauern die Mitspieler des Stücks, bewegungslos. Der Zenne nähert sich ihnen mit einer Karteikarte, spricht ihnen Stichwörter zu: Locken… Anmut… Her…. zu singen…. Ruine nieder… die alten Lieder…. mich Armen wieder. Leyla und Medjnun nehmen die Stichworte auf, aus den Worten entsteht ein Duett.

Literaturzeitschriften

Sirene. Zeitschrift für Literatur

Band 20 und 21/1999

In diesem Heft lesen Sie Beiträge von:
Dunja Bialas, Ismail Cho’i, Sabine Gass, Stammatis Gerogiorgakis, Costas Gianacacos, Christian Greiff, Franz J. Herrmann, Wolfgang Heyder, Berkan Karpat, Pinar Gür, Silvana Schneider, Zafer Senocak, Helmut Vakily

hey liebe ferne freunde
in diesem haus mag ich nicht länger kommen was nicht gehört: die identität das schönste im leben ist das was wir lieben

Mein Herz war müde des Klosters, zur Schenke kommt es und staunt, Wohin ist der Wein gekommen, und die ihn tranken, wohin? Hafis (1330 -1389)

Literatur

Wie die Spree in den Bosporus fließt

von Aras Ören, Peter Schneider

Sommer 1990. Berlin im Taumel der Wiedervereinigung.
Aras Ören, ein Istanbuler in Berlin, schreibt an Peter Schneider, der sich in dieser Zeit in Istanbul aufhält. Lyrische Essays in Briefform, die Peter Schneider zu Antworten provozieren. „Wie die Spree in den Bosporus fließt“ dokumentiert den Beginn eines Dialogs eines Dialogs zwischen den beiden Schriftstellern zu aktuellen existentiellen Fragen, zu Kulturen, Wertvorstellungen … Ein Dialog, der – so fragmentarisch wie er ist – zum Weiterdenken einlädt.

Leseprobe:

… Lieber Peter,
wie viel Kilo wiegt die Liebe? Oder: wie viel Zentimeter misst der Egoismus?
Weißt du gar wie viel Atü Hochmut hat?
Und Freiheit und Demokratie und die Grundrechte – wie viel Joules?

Klingt das abwegig? Oder führen uns nicht Positivismus und Rationalismus zu diesen Fragen? Wenn Maße absolut sind und wenn alles mit allem vergleichbar sein soll…