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Neues Buch: Kant kocht türkisch

Kant und die Kritik der Kochkunst

Komplexer Denker, der Freunde, Essen und Trinken schätzt

Als Neue Welt Verlag freuen wir uns sehr, Immanuel Kants kritische Philosophie im Spiegel der türkischen Küche unter dem Titel „Kant kocht türkisch“ herauszugeben. Kant (1724–1804) würde im Jahre 2024 dreihundert Jahre alt werden. Über den Aufklärer des Abendlandes, der auch dem Orient sehr positiv gestimmt war, wird es in den nächsten Jahren viel zu lesen und zu hören geben. Der 300. Geburtstag (22. April 2024) des Königsberger Philosophen wird zumindest gedanklich vielerorts schon vorbereitet. Wir als Neue Welt Verlag aus Wien haben schon im vergangenen Jahr mit großer Ehre ein Buch über Kant mit dem Titel „Kants Wanderung über das Nebelmeer“ herausgegeben und dieses im Palais Eschenbach mit einem würdigen Abend vorgestellt.

http://neueweltverlag.at/einladung-neues-buch-kants-wanderung-ueber-das-nebelmeer/

Dieses Mal möchten wir den großen Denker und den Begründer der modernen Philosophie mit dem Buch „Kant kocht türkisch“ wieder in Ehren halten und in Erinnerung rufen. Besonders seine Moral- und Ethikphilosophie, beginnend mit seinem kategorischen Imperativ mit dem konstanten „guten Willen“ und Pflichtbewusstsein, wird in unserer immer scheinheiliger werdenden Welt wieder bedeutsamer. Ist nicht die Scheinheiligkeit aber die Sprache der Korrupten? Gibt es eine Wahrheit ohne Liebe? Ist nicht die Liebe und der „gute Wille“ mit Pflichtbewusstsein  die erste Wahrheit? Diese Fragen, die auch knapp 300 Jahre später noch von großer Wichtigkeit sind, stellte sich Kant bei seinem berühmten kantischen Tisch de facto jeden Tag beim Mittagessen in Königsberg.

Immanuel Kant war der wichtigste neuzeitliche Philosoph, der versuchte, eine allgemein gültige Formel zur Herleitung moralischer Gesetze zu finden.  Der kategorische Imperativ von  Kant lautet : Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte. Dieser Satz ist der Versuch, einen Maßstab für gerechtes Handeln zu finden. Laut Winfried Hassemer  Richter des Bundesverfassungsgerichts und Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie  soll der Mensch nach Kant aus sich heraustreten und sich in andere Menschen hineinversetzen dann weiß er von selbst, wie er sich verhalten muss. Nichts anderes sagt das Sprichwort: Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg auch keinem andern zu. Dieses Prinzip ist die Grundlage jeglichen Rechtssystems. Der Haken: Es geht von einem optimistischen Menschen aus.  Etwa gegenüber dem Selbstmörder, der sich und andere umbringen will, funktioniert es nicht.

Das Wort Philosoph setzt sich nicht umsonst aus den griechischen Worten Philos (Freund) und Sophia (Weisheit) zusammen. Der kritische Königsberger war tatsächlich ein großer Freund der Weisheit, aber im Herzen auch vor allem ein moralischer Verfechter. Wir möchten bis zum Jahre 2024 mehrere Bücher über Kant herausgeben, um damit seinen schon zu Lebzeiten erworbenen Ruf eines „Weltweisen“ erneut in Erinnerung zu rufen und von seinen zeitlosen Ideen nicht nur Gebrauch zu machen, sondern diese auch zu propagieren. So enthält seine „Kritik der praktischen Vernunft“ eine Lobrede der Pflicht und schließt mit folgenden defätistischen, aber göttlichen Worten ab: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit einer immer neuen Bewunderung und Ehrfurcht: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.“

Seit der Geburt Jesu wurde die Moraldiskussion fast ausschließlich im christlichen Geiste geführt, Moral wurde aus der Bibel abgeleitet und die Nichtbefolgung dieser ethischen Normen hatte unweigerlich die Bestrafung im nächsten Leben oder in der Hölle zur Folge.

Kant löst diese Diskussion von der Bibel, aber auch von jeglichem Eigennutzdenken, er will ein universelles Gesetz aufstellen, das immer gültig ist und nur durch die Vernunft bestimmt wird. Wichtig ist danach immer nur die Befolgung der Pflicht! Wobei Kant nur die allgemeinen Grundsätze aufstellt. Nie wird er konkret und beschreibt welche Handlungen gut sind oder welche moralische Einstellung sittlich ist. Die Menschen sollen auch nicht aus Überzeugung moralisch handeln, auch nicht aus Mitleid, nein es ist keine moralische Motivation nötig. Wichtig ist danach immer nur die Befolgung der Pflicht! Es fragt sich inwieweit es heute gelingen würde eine Ethik aufzustellen, die nur aus Pflichten besteht, und die moralischen Gesetze theoretisch ohne Bezug zur Realität ableitet!

Kritik der Kochkunst

Warum aber wird in diesem Buch Kant mit der türkischen Küche in Verbindung gebracht?

Die Antwort findet sich in der Bedeutung, die Essen für den großen Denker hatte.

Kant beschäftigte sich nicht nur mit der richtigen Ernährung, sondern auch mit den Umständen, die die Mahlzeit begleiten sollten. Da er sich äußerst tiefgehend mit diesen Themen auseinandersetzte, wurde ihm von seinen Zeitgenossen sogar nahegelegt, eine „Kritik der Kochkunst“ zu verfassen.

Kant hatte schon früh beschlossen, ein langes Leben zu führen. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens stütze er sich stark auf das seinerzeit äußerst bekannte Buch „Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“ (1796) des Arztes Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836), zu dessen Patienten auch Goethe, Schiller, Herder und Wieland zählten. So postulierte Hufeland beispielsweise, „wer alt werden will, der esse langsam“[i], und Kant nahm sich dies zu Herzen. Einer der zahlreichen, unterschiedlichen Gäste an Kants Mittagstisch beschrieb Kants Verhalten bei Tisch folgendermaßen: „Er aß nicht nur mit Appetit, sondern mit Sinnlichkeit […] Der untere Teil seines Gesichts, die ganze Peripherie der Kinnbacken drückte die Wollust des Genusses auf eine unverkennbare Weise aus“.[ii]

Was dieser Gast anscheinend nicht wusste war, dass Kant zu diesem Zeitpunkt gewohnheitsgemäß seit etwa 24 Stunden nichts gegessen hatte – was wohl auch zu seiner genüsslichen Art zu essen beitrug. Nach Ansicht des Philosophen sei nämlich eine Mahlzeit täglich dem Körper zuträglicher als mehrere, wie er auch in einem Antwortschreiben auf Hufelands Buch, welches im Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst erschien, explizit erklärte.[iii] Allgemein propagierte Kant in diesem Antwortschreiben die Einhaltung eines strikt regulierten Tagesablaufs, wie er ihn selbst auch pflegte. Er ließ sich täglich gegen 4:45 Uhr wecken, machte abends zu einer festgelegten Zeit seine Spaziergänge und ging pünktlich um 22 Uhr zu Bett. Ein ausgedehntes Mittagessen, zu dem regelmäßig Gäste geladen waren, rundete den Tagesablauf ab.

Niemals alleine zu speisen

Kant hatte nicht nur sehr konkrete Vorstellungen hinsichtlich der richtigen Ernährung, sondern auch die begleitenden Umstände des Mittagsmahls betreffend. Wichtig war für Kant, niemals alleine zu speisen. An einem verlassenen Esstisch mit seinen Gedanken alleine zu bleiben sei erschöpfend, befand er, weshalb er großen Wert auf mittafelnde Gäste legte, die mit ihrer Unterhaltung Zerstreuung versprachen. Auch über das Tischgespräch stellte Kant Überlegungen an. So war es für ihn essenziell, dass alle bei Tisch sich miteinander unterhalten konnten und die Gesellschaft nicht in kleinere Grüppchen zerfiel. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Anzahl der jeweils geladenen Gäste, die sich stets zwischen der Zahl der Grazien und derjenigen der Musen bewegen sollte. Kant selbst hatte in seinem Haushalt sechs Gedecke – die goldene Mitte also.

Die Unterhaltung bei Tisch sollte als Spiel angesehen

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Tischgesprächs war für Kant, dass dieses mit einer gewissen Leichtigkeit und Freiheit einhergehen sollte. Die Unterhaltung bei Tisch sollte als Spiel angesehen werden, bei dem keine Streitigkeiten entstehen sollten. Bildete sich doch einmal eine ernsthafte Auseinandersetzung, konnte diese am besten mit einem Scherz beendet werden, um gegensätzliche Ansichten zu versöhnen. Die gemeinsame Mahlzeit stellte also den Rahmen für einen Meinungsaustausch zur Verfügung, in dem nicht jedes Wort auf die Waagschale gelegt werden sollte. Nicht die ernsthafte, tiefgründige Auseinandersetzung mit Argumenten und Gegenargumenten steht im Zentrum des Gesprächs, und das gemeinsame Mahl soll auch nicht allein „die leibliche Befriedigung, – die ein Jeder auch für sich allein haben kann – sondern das gesellige Vergnügen […] zur Absicht haben“.[iv]

Bei Tisch: So vergrößerten sich mit den Jahren auch Kants Kenntnisse

Bei Kants mittäglichen Zusammenkünften achtete der Gastgeber darauf, seine Gäste mit viel Sorgfalt auszuwählen und auch unterschiedliche Leute um sich zu scharen. So war es nicht ungewöhnlich, dass die Tischgesellschaft aus Leuten aus verschiedenen Ständen zusammengesetzt war. Auch achtete Kant darauf, kontrastierende Meinungen zu versammeln, um so die Gespräche bei Tisch abwechslungsreich und anregend zu halten. So vergrößerten sich mit den Jahren auch Kants Kenntnisse in vielen Bereichen und er war bekannt dafür, über jedes beliebige Thema ausgiebig sprechen zu können. Dabei wurde ihm allerdings immer wieder vorgeworfen, er wolle das Gespräch bestimmen und müsse immer Recht haben. Besonders gut zeigt sich dies am Beispiel des steirischen Grafen Gottfried Wenzel von Purgstall (1773–1812). Als dieser sich in Königsberg aufhielt, wurde er von Kant eingeladen, war jedoch im Nachhinein verärgert über seinen Gastgeber, der unaufhörlich redete und alles besser zu wissen schien. Kant widersprach Purgstall selbst in Belangen, die die Steiermark, also die Heimat seines Gastes, betrafen.

Kants Wissen war äußerst umfassend und beschränkte sich nicht nur auf Dinge, mit denen er unmittelbar konfrontiert war. So hielt er z.B. in Königsberg Vorlesungen über physische Geographie, was die Geographie in den Kreis der akademischen Disziplinen einführte. Dabei erstaunte er seine Zuhörer, zu denen auch Johann Gottfried von Herder zählte, mit äußerst klaren Vorstellungen und Beschreibungen über entlegene Länder und Gebiete. Diese Kenntnisse eignete er sich durch die Lektüre zahlreicher Reisebeschreibungen an.[v]

Neue Welt: Er reiste nicht körperlich aber gedanklich doch sehr weit in die Ferne

Obwohl sich Kant selbst physisch nie weit oder für längere Zeit von seiner Heimatstadt entfernte, reiste er gedanklich doch sehr weit in die Ferne. Sein Interesse diesbezüglich liegt wohl zum Teil in seiner unmittelbaren Umgebung begründet. Königsberg war zu Kants Zeit eine bedeutende Handelsstadt, das wirtschaftliche Zentrum des östlichen Ostseeraumes. Tagtäglich war Kant schon früh mit Menschen und Waren aus fernen Ländern, wie beispielsweise exotischen Gewürzen, konfrontiert und lernte so über die Hafenstadt die Welt kennen. Dadurch wurde sicher auch sein internationales Denken über das Zusammenleben und die Moralphilosophie beeinflusst.

Damit passt Kant hervorragend in die Verlagsphilosophie des Neue Welt Verlags, der dabei helfen soll, die oft vermeintlichen kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören. Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn uns bewusst ist, dass dieser Weg kein einfacher ist. Wir möchten Brückenbauer zwischen den Kulturen, Religionen und Standpunkten sein. Kant soll hier als gutes Beispiel dienen und als Vorbild vorangehen. Er war ein aufgeschlossener Mensch, wie sich schon an den unterschiedlichsten Gästen zeigte, die er zum Essen einlud. Ohne Königsberg zu verlassen, knüpfte er Verbindungen zu fernen Ländern, über die Vielfalt, die er in seiner Heimatstadt kennenlernte. Er hieß die Welt und was sie zu bieten hatte willkommen und zeigt uns damit, dass es nicht nötig ist, die Welt zu bereisen, um weltgewandt zu sein. Dafür reicht alleine der Mut, sich auf Neues und bisher Unbekanntes einzulassen.

Orient-Okzident! Morgenland-Abendland

Türkische Küche(Orient) und Kant(Okzident) – wo sind die Verbindungen? Wie lässt sich das „aufklären“? Gerade in unserer heutigen Zeit, die leider immer wieder stark von Intoleranz und Ignoranz geprägt ist, ist es besonders wichtig, Ausschau nach Gemeinsamkeiten statt Unterschieden zu halten. Diese Gemeinsamkeiten lassen sich oft in Dingen finden, die unbedeutend erscheinen, es aber beileibe nicht sind. Kants Vorstellung einer Tischgesellschaft soll hier als Exempel dienen um mit Vernunft und Verstand wieder zusammen zu kommen. Für den deutschen Philosophen standen Geselligkeit und Unterhaltung im Mittelpunkt der gemeinsamen Mahlzeit – eine Einstellung, wie sie uns auch aus der Türkei bekannt ist. Gleiche Ideen und Vorstellungen können also unabhängig von räumlichen und kulturellen Gegebenheiten vorhanden sein.

Kants lieblingsspeise, den Kabeljau nennt auch Turska (Türkei) 

Auch über Kants Lieblingsspeise, den Kabeljau, lässt sich auf etymologischer Ebene eine interessante internationale Brücke bauen. So heißt der bei uns auch als Dorsch bekannte Fisch im Finnischen turska – was auf Kroatisch Türkei bedeutet. In den kontinentalskandinavischen Sprachen, also Dänisch, Schwedisch und Norwegisch, wird der Kabeljau torsk genannt, was mit der finnischen Variante nahe verwandt ist. Jedoch endet die Verbindung Skandinaviens zur Türkei nicht hier. Der altnordischen Mythologie nach stammen die skandinavischen Götter ursprünglich aus Asien, genauer gesagt der Türkei. Der Göttervater Odin(Woden, Wōden)  wird in der Forschung oft mit einem türkischen Schamanen gleichgesetzt. Durch ihn und seinesgleichen etablierten sich viele türkische Wörter in den skandinavischen Sprachen, allen voran der Name Odins selbst, der sich aus dem türkischen Wort „Odun“ (Holz , Baum) ableiten lässt und an den Lebensbaum sowie die Naturverbundenheit des schamanischen Lebens erinnert. Mit diesem Thema werde ich mich jedoch demnächst in einem eigenen Buch beschäftigen.

Aufklärung

Nach Kant muss man die Frage, ‘Was ist der Mensch?“, auf drei Weisen hin untersuchen:  „Was kann ich wissen?“ (Metaphysik), „Was darf ich hoffen?“ (Glaube) und die für uns entscheidenden Frage: ‘Was soll ich tun?“ Warum ist die Philosophie Immanuel Kants aktueller denn je? Wir können es ganz einfach beantworten: Wegen sein Begriff der „Pflicht gegen sich selbst: Seine Forderungen waren mutig und revolutionär. 231 Jahre nach seiner berühmten Antwort auf die selbst von ihm gestellte Frage „Was ist Aufklärung?” ist seine Philosophie brandaktuell:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeitist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitungeinesandern zu bedienen. Selbstverschuldetist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache de selben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. ‚Sapereaude! HabeMut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist als oder Wahlspruch der Aufklärung.“


Diese Worte, die Kant formulierte, sind heute noch genauso aktuell wie zu Lebzeiten des großen Philosophen und sollten viel öfter Beachtung finden. Es ist noch ein weiter Weg dahin, uns als tatsächlich aufgeklärte Gesellschaft bezeichnen zu können. Wir alles Neue Welt Verlag möchten mit diesem Buch einen Schritt in die richtige Richtung wagen.

Unsere Verlagsphilosophie war und ist:  „Aufklärung statt Vernebelung,  Tiefenschärfe statt Oberflächenpolitur,  Empathie statt Egomanie,  Auseinandersetzung statt Belehrung,  Differenzierung statt Vereinfachung. Analyse statt Infotainment.“

Der Neue Welt Verlag will zeitgemäße Themen anbieten: Politik, Zeitgeschichte, Religion, Philosophie, also Wissenswertes aber auch Unterhaltsames sowie Autoren unterschiedlichster Kulturen und Religionen in den Brennpunkt des Leserinteresses rücken. Denn ohne es zu wissen, sind wir eigentlich alle Philosophen.  Gerade in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Traditionen des Islam, mit dem Christentum und mit dem Judentum scheint mir der Kant’sche Ansatz plausibel. Kant hat nicht den Talmud, die Bibel, das Neue Testament oder den Koran verworfen, vielmehr begab er sich auf die Suche nach der Wahrheit über die im Menschen tief schlummernden Werte, die Tugenden, die Seele und das Gefühlsleben. Er eröffnete damit einen weiteren Weg, um unseren Zweifeln im Glauben zu begegnen.

Marianne Williamson schreibt in ihrem Buch „A return to love“:   „Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit“.  Ist es tatsächlich die Angst vor dem Licht, nicht vor der Dunkelheit, die wir philosophisch fürchten?

Wir sollten doch vor unserem Licht und vor anderen keine Angst haben!  Dieses Kantbuch soll uns in diesem Sinne die Angst nehmen, die uns gelegentlich überkommt, wenn wir einen Gedanken nicht ausreichend fassen können oder einen Begriff vorschnell abgrenzen oder erst gar nicht verstehen.

Kurz, es soll uns auch zum Selbstdenken anregen. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.    Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen…Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter?  So ist die Antwort: Nein, wohl aber in einem Zeitalter der Aufklärung,“ sagte Kant.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich mit meinen kleinen Möglichkeiten bereits seit über einem Vierteljahrhundert, eine verbindende und tragfähige moralische Brücke zwischen dem Christentum, dem Judentum und dem Islam zu bauen. Mir ist es dabei wichtig, dass die Religionen weder politisch, noch wirtschaftlich missbraucht werden.

Die Philosophie des Neue Welt Verlags ist die Verständigung zwischen den Kulturen und Toleranz gegenüber anderen mit Hilfe von Literatur zu fördern. Nur wer sich nicht weiterbildet, hat Angst vor dem Fremden und vor Aufklärung. Literatur hilft dabei, wissend und folglich aufgeklärt und tolerant zu werden. Literatur verschafft uns Zugang zu „neuen Welten“, und zwar im direkten wie im übertragenen Sinn. Wir müssen die Muße zeigen, auch im Unbekannten das Gute zu sehen. Kulturelle oder auch religiöse Unterschiede sollten nicht als Schranken gesehen werden, die zur Abgrenzung dienen. Der Fokus sollte auf dem Gemeinsamen liegen, was wir auch mit diesem Buch zum Ausdruck bringen möchten. So sollen türkische Köstlichkeiten im Spiegel von Kants Gedankenwelt eine kulinarische sowie auch philosophische Bereicherung darstellen.

Ein österreichisches Sprichwort sagt: „Durch’s Reden kommen d’Leut zam.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, geschätzte Leser und Leserinnen, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum Brückenbau durch gemeinsames Essen und Trinken und vor allem durch empathische Dialoge zwischen den Menschen, den Kulturen und den Nationen hier in dem Fall mit kantischen Zitate und Sprüche ein!

Birol Kilic, Verleger, Dezember 2018

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[1] Christoph Wilhelm Hufeland: Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern. Zweyter Theil. Wien und Prag, 1798. S. 156.

[1] Arsenij Gulyga: Immanuel Kant. Aus dem Russischen übertragen von Sigrun Bielefedt. Frankfurt/Main, 1981. S. 196.

[1] Vgl. Immanuel Kant: Von der Macht des Gemüths durch den blossen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu seyn, von I. Kant. Ein Antwortschreiben an Hrn. Hofr. und Professor Hufeland. In: Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst 5 (1797), 4, S 701–751, hier: S. 729.

[1] Johann Friedrich Herbart (Hg.): Immanuel Kants Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Vierte Originalausgabe mit einem Vorwort von J.F.Herbart. Leipzig 1833. S.241.

[1] Vgl. https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/kant-immanuel/3975.

[1] Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift, 1784, H.12. S. 481–494.

Bedeutende Werke Kants

1755: „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des gesamten Weltgebäudes nach Newtons Grundsätzen“
1781: „Kritik der reinen Vernunft“
1784: „Was ist Aufklärung?“(Artikel in der freigeistigen „Berlinischen Monatsschrift“)
1785: „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“
1788: „Kritik der praktischen Vernunft“
1794: „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“
1795: „Zum ewigen Frieden“

Immanuel Kant: „Zum ewigen Frieden“ (1795)

Der Fanatiker „ist eigentlich ein Verrückter von einer großen Vertraulichkeit mit den Mächten des Himmels. Die menschliche Natur kennt kein gefährlicheres Blendwerk“.

Immanuel Kant: „Versuch über die Krankheiten des Kopfes“ (1764)

„Da die Art, wie Staaten ihr Recht verfolgen, nur der Krieg sein kann – so muss es einen Bund von besonderer Art geben, den man den Friedensbund nennen kann …“

Immanuel Kant: „Zum ewigen Frieden“ (1795)

„Gemütsarten, die ein Gefühl für das Erhabene besitzen, werden durch die ruhige Stille, wenn das zitternde Licht der Sterne durch die braunen Schatten der Nacht hindurchbricht, allmählich in hohe Empfindungen gezogen.“

Immanuel Kant: „Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen“ (1764)

„Erhaben ist also die Natur in derjenigen ihrer Erscheinungen, deren Anschauung die Idee ihrer Unendlichkeit bei sich führt.“
Immanuel Kant: „Kritik der Urteilskraft“ (1790)

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Kants Wanderung über das Nebelmeer

„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Buchpräsentation des Neue Welt Verlag  am 5.Dezember 2017 in Palais Eschenbach
mit der Unterstützung  des Österreichischen Gewerbevereins und der
Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Kants Wanderung über das Nebelmeer:
„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Eröffnung : Internationaler Preisträger Julij Malakh, Violine
Werke: Johann Sebastian Bach Allemanda und Sarabanda aus Nr.2 in d-Moll.BWV 1004

Neben dem Herausgeber und Verleger DI Birol Kilic und Autor Dr. Gregor Bernhard-Königstein haben folgende Personen am Podium gesprochen.

Frau Kommerzialrat  Margarete Kriz-Zwittkovits- Ehrenpräsidentin Österreichische Gewerbeverein

Herr Dr. Werner Fasslabend -Präsident des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik / AIES

Herr Otmar Lahodynsky-Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten/ Profil Journalist

Herr Klaus Prömpers-ZDF Ex Südosteuropa Chef

Efgani Dönmez, PMM. Abgeordneter zum Nationalrat; Österreichische Volkspartei

 

 


 

 

 

 

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft
im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs

Eine poetisch-humorvolle Einführung in das kritische Werk Kants und in die daraus resultierende, verzweifelte Gottessuche des Königsberger Philosophen, die uns nicht den nüchternen, sondern einen neuen romantisch-mystischen Kant zeigt.

Zugleich schlägt der Autor eine naturphilosophische Neupositionierung Kants vor:  der Leser begleitet den Spaziergänger Kant auf seinen eigentlichen Wanderungen, den metaphysischen – optisch unterstützt durch den norddeutschen Künstler Caspar David Friedrich – zu Kants gleichlautenden erhabenen Naturmetaphern, dem „Nebelmeer“ und dem „bestirnten Himmel über ihn“, um letztlich dahinter die „Dinge an sich“ zu entdecken, die übersinnlich in einem Reich natürlicher und moralischer Zwecke zueinanderstimmen.

Dass Kant den physikotheologischen Gottesbeweis eigentlich nicht widerlegen will, sondern ihm ein neues moralisches, ewig gültiges Fundament gibt, kann der Autor hier erstmals biographisch schlüssig mit der psychologischen Entwicklung von Kants Denken und Fühlen belegen. Damit wird der oft „säkularisierte“, aber hier neu gelesene Kant zur möglichen Basis des „Intelligent Design“, sowie zur ermutigenden Orientierungshilfe für den Gottsuchenden heute, gerade wo die Religionsfreiheit durch das Sittenbild des Islam wieder in Diskussion steht, die für den Verleger auch einen großen Stellenwert hat. Den Abschluss bildet eine für den Ethikunterricht geeignete, erste deutschsprachige Kantballade.

Einer der frühesten Kantforscher, Karl Rosenkranz (1805 – 1875), der mehrmals Rektor der Königsberger Universität war, schrieb einmal: „Daß Kant hier das Licht der reinen Vernunft anzündete, erkläre ich mir so, wie die Holländer auch die besten Landschaftsmaler wurden. Im Dunkel sucht man nach Licht.“

Dieser „Gedanke des Behauptungswillens“ gegen die unwirtlichen Kräfte des nebeligen Wetters in nördlicher Breiten, der sich durch viele Metaphern Immanuel Kants zieht und sich durch seine physikotheologische Würdigung der Erhabenheit der Natur bestätigt, ist in diesem vorliegenden Essay über den metaphysischen Spaziergänger Kant konsequent durchgeführt. Nur wird hier nicht die realistische Landschaftsmalerei der Holländer, etwa eines Jakob van Ruisdael – immerhin als qualifizierte Natur – herangezogen, sondern die idealistische Bilderwelt von Kants näherem Zeit- und Ortsgenossen Caspar David Friedrich. Das Motiv des „Wanderers über dem Nebelmeer“ wurde schon von Lovis Corinth mit Kant als Spaziergänger über Königsberg nachgeahmt.

Es handelt sich also bei unserer Nebelwanderung um ein Opus, das darauf wartete, einmal geschrieben zu werden, und mich durch die seltene Studienfächerkombination aus Philosophie und Kunstgeschichte erst finden musste.

Selbst wenn Kant als junger Professor der Geographie, auch um viele Hörer zu bekommen, mit Vorliebe über populäre Themen referierte, wie: „Ob die Westwinde in unseren Gegenden darum feucht seien, weil sie über ein großes Meer streichen“, erweckte die Liebe zur Natur und ihrer Reflexion eigentlich schon Kants, leider früh in der Adoleszenz verstorbene, pietistisch gesinnte Mutter, die ihm nach seinem Selbstzeugnis, nicht nur den „ersten Keim des Guten“ in ihm legte, sondern auch das „Herz für die Eindrücke der Natur öffnete“ und – in dieser Reihenfolge – seine „Begriffe erweckte und erweiterte“.

Die meisten Kantbiographien und Erläuterungen seiner kritischen Lehre konzentrieren sich auf den ersten analytisch-logischen Teil der „Kritik der reinen Vernunft“, und viele (erste) Kantleser haben große Schwierigkeiten mit dem „a priori“. – Ja, wie sollen transzendentale Erkenntnisse ohne empirisches Bewusstsein – kein Mensch fällt vom Himmel – möglich sein. Dieser chronologische Mangel der Ausklammerung der Kindheit oder des Erwachsenwerdens wird, wie kaum gewusst, von Kant selbst in der kritischen Phase in seiner „Orientierungsschrift“ noch einmal umgedreht. Da geht er vom „a posteriori“ aus, und er reduziert die Empirie schrittweise, um zur transzendentalen Vernunft vorzustoßen, mit der er sich nochmals mit der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Kritik der Urteilskraft“ auf dieselbe dialektische Reise des zweiten Teiles der „Kritik der Vernunft“ begibt. Und ab da gelingt es ihm als Teil der Vernunft oder des Ichs etwas mitzunehmen, worauf er zuvor noch verzichten musste, auf die Welt der Gefühle, die am Beginn all seiner Denkprozesse in der vorkritischen Phase stehen und sich erst in Begriffe „auswickeln“ mussten und müssen.

So wollen wir in dieser metaphysisch-ästhetischen Schrift insbesondere ermessen, welche Rolle das Gefühl der Erhabenheit der Natur, die Caspar David Friedrich – ganz gewiss als Kantianer – mit metrologischer Qualität dargestellt hat, für Kants Transzendental- und Moralphilosophie spielte, und wir stoßen tatsächlich auf eine bisher nicht genügend beachtete Stelle in einer Frühschrift Kants, die man religionspsychologisch nur als mystisches Erweckungserlebnis bezeichnen kann. Dass Kant, nachdem er die Endlichkeit des Denkens bewiesen hatte, und damit den Materialismus zugleich mit einer schon verfallenen Scholastik entsorgte, und damit im Stile des Humanismus Ciceros wieder für den Glauben Platz schuf, nicht im luftleeren Raum agiert, denn an der platonischen Ideenwelt konnte er nicht mehr hochklettern, ist nicht allein seinem mutigen umfassenden Dogma der Freiheit zu verdanken, sondern eben auch seiner späteren Zuneigung zur Physikotheologie, die mehr als eine regulative Idee (oder des regulativen Gebrauches einer transzendentalen) auch seine „Dinge an sich“ als verbleibenden realen Rest in einem „Reich der Zwecke“ miteinander verbindet. Sei dieses nur, wie im „Opus postumum“, eine erste „Vorahnung“ der Quantenwelt, ein „hinreichender Beweis für eine verständige Weltursache“ oder – der Antinomie der Gerechtigkeit folgend – postuliertes himmlisches Jerusalem, jedes Zeitalter hat seine eigene Sprache und sein Wissen Kant neu und anders zu lesen.

Kants Religion der „inneren Moral“ oder des Gewissensgesetzes bietet aber – ähnlich wie dem Theologiestudium seit den Anfängen der Wissenschaft eine Artistenfakultät vorgereiht ist – auch den Laien heute einen humanistischen Minimalkonsens, der allen Gläubigen, egal welcher Religion, zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens, wie auch eines jeden inneren Friedens, dringlich zur Kenntnis gebracht werden sollte.

Neue Welt Verlag

Kants Wanderung über das Nebelmeer
Neue Welt Verlag
978-3-9503981-9-9
Österreich: 9,90EUR (AT), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer

Aus den Forschungen zu Orient und Okzident
herausgegeben  von Birol Kilic- Buchreihe 5

Der Autor ist Dr. Gregor Bernhart-Königstein und
Verleger DI Birol Kilic.

 

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IN HOC SIGNO VINCES! Buchpräsentation

Gregor Gatscher-Riedl, IN HOC SIGNO VINCES   Zwischen religiösem Mythos und politischem Anspruch von Byzanz nach Neapel. Die Geschichte des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg.   Herausgegeben von Birol Kilic. Mit Vorworten S.K.u.K.H. Simeon von Habsburg-Lothringen und des Verlegers Dipl.-Ing. Birol Kilic.

Neue Welt Verlag, Wien
Hardcover, ca. 206 Seiten, 49 zumeist farbige Abb.
ISBN 978-3-9503061-2-5
Preis: EUR 29,90

Gemeinsam mit dem bekannten Souveränen Malteser Ritterorden ist der Konstantinische Georgsorden die einzige ritterliche katholische Ordensgemeinschaft, die den Status der päpstlichen Anerkennung und Bestätigung bis in unsere Zeit bewahren konnte. Als päpstlicher Orden ist er eine Gemeinschaft des Gebets, der Spiritualität und der Aktion, dem katholische Laien beiderlei Geschlechts sowie Geistliche angehören. Zu den berühmtesten Mitgliedern gehören Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli), die Könige von Neapel-Sizilien und spanische Prinzen. Der Ordensauftrag besteht in der Stärkung des christlichen Lebens seiner Mitglieder, wobei sich die Ritter und Damen des Ordens offen zu Papst und Kirche bekennen.

Vor 1.700 Jahren läutete eine himmlische Vision eine neue Epoche ein. Die Vision des Christusmonogramms X und P bzw. des Kreuzes und die Worte „In hoc signo vinces!“ (In diesem Zeichen wirst du siegen!) führten Kaiser Konstantin I. zum Sieg an der Milvischen Brücke (312 n. Chr.) in der Nähe von Rom gegen seinen Widersacher Maxentius. Die „Konstantinische Wende“ bewirkte das sogenannte Edikt von Mailand im Jahre 313, mit dem das Christentum im gesamten Römischen Reich religiöse Freiheit erhielt. Unter Kaiser Theodosius I. wurde schließlich 380 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion erklärt.

Dieser mythische Moment der Kreuzesvision im Jahre 310 spielt bis heute eine große Rolle im Selbstverständnis des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, der als päpstlich approbierte Gemeinschaft und durch seine Verbindungen mit den Dynastien Farnese, Bourbon und Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen auch stets Gegenstand der gesamteuropäischen Politik war.

Die konstantinische Tradition erhebt den Anspruch, in der direkten Kontinuität der Kaiser von Byzanz zu stehen. Tatsächlich entstand der Orden aber weder in Rom noch im heutigen Istanbul, sondern verdankt seine Entstehung der Expansion des Osmanischen Reichs unter Sultan Mehmed II. im 15. Jahrhundert. Die Sultane führten den Titel der „türkischen, Asiae und Graeciae Kaiser“, sahen sich also ihrerseits wiederum in der Tradition des Oströmischen Reiches. Der Ritterorden selbst ist mit der sagenumwobenen, mächtigen Fürstenfamilie de Angeli verwurzelt, die sich nach der osmanischen Eroberung Albaniens in der Markusrepublik Venedig niederließ. Paolo Angheli wurde Erzbischof von Durazzo (möglicherweise auch Kardinal) und betrieb regen Schriftverkehr mit den Päpsten Nikolaus V., Calixtus III., Pius II. und Paul II. Er war der intellektuelle und militärische Anführer der albanischen Kirche gegen Sultan Mehmed II.

In der Geschichte des Konstantinischen Georgsordens verschwimmen historische, quellenbasierte Fakten und überlieferte, mit Pathos vertretene Traditionen zu einem uneinheitlichen Bild.

Dr. Gregor Gatscher-Riedl, der den Orden von innen kennt und über bisher unveröffentlichte Hintergrundinformationen verfügt, hat daher in akribischer Kleinarbeit alle bisher erschienenen Dokumente, Monographien und Aufsätze zusammengetragen und eine spannende Chronik dieses faszinierenden „ältesten Ordens der Christenheit“ erstellt, welche auch für Laien leicht lesbar und verständlich ist. Mit dem Quellenteil ist diese Ordensgeschichte eine unentbehrliche Grundlage für weitere Forschungen.

Zahlreiche, teilweise noch nie veröffentlichte Farbabbildungen (Stiche und Gemälde, Ordensklassen der beiden Oboedienzen, Ordenszeremonien) illustrieren den Band, der auch für Phaleristiker, Heraldiker, Numismatiker und Militaria-Sammler von Interesse ist. Ein besonderer Teil beschäftigt sich mit den „falschen konstantinischen Orden“ und zieht damit eine klare Trennlinie zum vom Vatikan anerkannten Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg. Im Anhang findet sich eine Namensliste der Großmeister, der Großprioren und Kardinal-Protektoren des Konstantinischen Ordens von den Anfängen bis heute. Eine Statistik der Ordensmitglieder von 1699 bis 1960, das umfangreiche Personenregister, ein weiterführender Fußnotenapparat und nützliche Internet-Verweise runden den Band ab.

Über den Autor

Gregor Gatscher-Riedl, Mag. phil. Dr. phil., PhDr., Studi­um an den Universitäten Wien und Nitra (Slowakei). Mitarbeit im Archiv der Stadt Linz, beim Institut Österreichisches Bio­graphisches Lexikon der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, seit 1999 im Archiv der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, 2011 Theodor-Körner-Preis für Wissen­schaft und Kunst. Forschungsschwerpunkte: Regional- und Lokalgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der habsburgisch-osmanischen Kriege, Studenten­geschichte, Kirchengeschichte, Wappen- und Ordenskunde. Gatscher-Riedl ist Verdienstritter des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, Mitglied der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft „Adler“ in Wien sowie der Orders and Medals Society of America.

Liefertermin voraussichtlich ab Ende Oktober 2012.
Der Band kann ab sofort subskribiert werden!

 

Inhalt

Einleitung

„In hoc signo vinces“ – Eine Legende aus dem Dunst des Tibers
Das Labarum als Blaupause der Ordenssymbolik
Die Großmeisterfamilie Angeli – „Albanesen-Häuptlinge“ kaiserlicher Abkunft?
Der Orden in Venedig
Die Päpste nehmen von der Konstantinischen Idee Notiz
Kontinuum der Ordensgeschichte – Die Erblichkeit der Großmeisterwürde
Der Niedergang und das Aussterben der Angeli
Der Übergang der Großmeisterwürde an Herzog Franz I. Farnese von Parma
Weichenstellungen für die Zukunft: Das Breve Innozenz’ XII., das Diplom Kaiser Leopolds I., die Farnesischen Statuten und die Bulle Clemens’ XI.
Militärische Auseinandersetzungen in der Adria
Ein falscher und ein neuer Großmeister
Die Übersiedlung des Ordens nach Neapel
Thronwechsel in Neapel
Der Orden überlebt trotz Revolution und Thronverlust
Verselbständigung der Parmesischen Ordensritter
Der Orden in der bourbonischen Restauration in Neapel
Schlaglichter aus dem Ordensleben
Der Orden unter der Großmeisterschaft König Ferdinands II.
Il mio onore non è in vendita“ – Der Orden im Exil nach der Einigung Italiens
Ad fontes – Der Orden findet zu seinen Wurzeln zurück
Das Projekt der Ordensbasilika S. Croce in Via Flaminia
Die geistlichen Mitglieder des Konstantinischen Ordens – Bekleidung und Wappenbrauch
Verfassung und Regelung des inneren Ordenslebens
Soziales Engagement in der Kriegs- und Nachkriegszeit
Die Spaltung des Ordens in zwei Oboedienzen 1960
Die Aktivitäten des spanischen Ordenszweiges seit der Spaltung
Die franko-neapolitanische Oboedienz seit der Spaltung
Zusammenfassung
Epilog – Nicht alles was glänzt, ist Gold
Die Großmeister des Konstantinischen Ordens
Die Großprioren und Kardinal-Protektoren des Konstantinischen Ordens
Literatur und Quellen
Siglen und Abkürzungen
Inhaltsverzeichnis

 

Pressemitteilung: Buchpräsentation „IN HOC SIGNO VINCES“

von Deniz Sel 

Wien/Innere Stadt. Rund 65 Personen waren zur Buchpräsentation „IN HOC SIGNO VINCES“ am letzte Woche abends gekommen und trugen zum glänzenden Erfolg der Publikations-Festveranstaltung im Club Stephansplatz 4 der Erzdiözese Wien des neuen Fachbuches über den Heiligen Konstantinischen Ritterorden vom Heiligen Georg bei.

Der Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, Arno Tippow, hatte die Ehre, zahlreiche Gäste willkommen zu heißen, die teilweise aus dem Ausland extra angereist waren. Allen voran fanden sich auch der Kustos und Bibliothekar des Stifts Klosterneuburg Dr. Nicolaus Urs Buhlmann CanReg, Msgr. Dr. Ernst Kallinger, MdB Efgani Dönmez (Die Grünen), Bürgermeister Martin Schuster (Perchtoldsdorf) und GemR Bernhard Wurst (Ma. Anzbach) im Publikum ein. Direktor Dr. Christian Ortner (Heeresgeschichtliches Museum HGM), Vertreter des Vorstands der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft „Adler“ und der Gesellschaft für Ordenskunde sowie nicht zuletzt Ordensmitglieder beider Konstantinischer Oboedienzen, des Ordens vom Goldenen Vlies, des Souveränen Malteser Ritterordens und der Johannesgemeinschaft als auch des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem folgten in biedermeierlicher Atmosphäre hinter dem Wiener Steffl den Ausführungen von Autor Dr. Gregor Gatscher-Riedl. Darunter auch andere Autoren-Kollegen, viele Professoren und Studenten.

In einer auflockernden Einleitung machte Herausgeber Birol Kilic zuerst deutlich, dass die Schlacht an der Milvischen Brücke vor 1700 Jahren und die Taten Kaiser Konstantins des Großen für das heutige Verständnis der europäisch-abendländischen Geschichte von geradezu erstaunlicher Bedeutung sind. Es lohne sich, die Geschichte beginnend von der Vierkaiserkonferenz von Carnuntum bis zum Mailänder Edikt genau zu erkunden und die Zusammenhänge begreifen zu lernen. Carnuntum und Kaiser Konstantin haben die Welt verändert! Mit der bislang stark verfolgten christlichen Religion ging es nun staatsrechtlich stetig bergauf. Das Christentum erstarkte und wurde zu einem wichtigen Machtfaktor im Römischen Reich. Zunächst erhielten alle Menschen das Recht, ihren verschiedenen Religion nachzugehen. Später wurde das Christentum zur tragenden Staatsreligion. Dies war aber erst durch die „Konstantinische Wende“ möglich geworden, beginnend mit einer Kreuzesvision vor dem Sieg an der Milvischen Brücke. Der Rest ist etwas bekannter und leitet hinüber in die aktuelle politische Situation, in die Auseinandersetzung zwischen Staat, Kirche, Tradition und anderen Religionen.

Birol Kilic zeigte zahlreiche historische Aspekte auf, die die Verbundenheit des Orients und des Okzidents über die bekannten Konflikte hinweg aufzeigen. Die byzantinischen Bräute waren unter den Babenbergern sehr begehrt und der Wiener Jugendstil nahm etliche Anleihen an der byzantinischen Kunst. Nicht zuletzt ist der Heilige Georg der Schutzpatron der Metropole am Goldenen Horn. Der Name Georg ist in seiner türkischen Form weit verbreitet, da der Heilige Georg auch im Islam verehrt wird.


Der Neue Welt Verlag versteht sich als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident, zwischen den Religionen und Kulturen, mit gegenseitigem Respekt unter Achtung der jeweils eigenen Würde. Da passt das Buch von Dr. Gregor Gatscher-Riedl „IN HOC SIGNO VINCES“ sehr gut in die Verlagsphilosophie. Es trägt zum Verständnis des Christentums der Antike bei, thematisiert die Migration der Fürstenfamilie de Angeli infolge der Ausbreitung des Osmanischen Reiches und zeigt die vielschichtigen Themenkomplexe neuzeitlich-europäischer Staatskultur und fürstlich-höfischer Repräsentation auf, nicht ohne die Trennlinien zwischen Staat, Fürstenhaus und kirchlichen Einrichtungen beflissen zu analysieren und akribisch herauszuarbeiten.


Der junge Verlag, der auch die türkische „Yeni Vatan Gazetesi“ und die deutschsprachige Zeitschrift „Einspruch“ vertreibt, ist stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Kultur, Religion, Wirtschaft, Migration, Alltag und Gesellschaft. Das Leitmotiv des Neue Welt Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit Hass und Intoleranz zurückgedrängt und überwunden werden können. Die Unternehmung will die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen. Kurz: Geistige Brücken bauen. Brücken auf denen nicht die Waffen, sondern die Herzen sprechen.

Maximilian Gf. Deym v. Stritez (Kanzler der Kommission für Österreich und Liechtenstein) überbrachte die Grüße des Kommissions-Präsidenten Simeon v. Habsburg-Lothringen und fasste das heutige Selbstverständnis des Ordens in seinen karitativen und religiösen Aktivitäten zusammen.

Der renommierte Autor Dr. Gregor Gatscher-Riedl (Bücher und Aufsätze zum jüdischen Leben in Perchtoldsdorf und zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung) verdeutlichte in kurzweiliger, freier Rede die Zusammenhänge „zwischen religiösem Mythos und politischem Anspruch von Byzanz nach Neapel“ – so auch der Untertitel des Werkes – und verknüpfte diese aufschlüsselnd mit der historisch komplizierten Ordensgeschichte. Dabei stellte er den hohen kirchlichen Legitimitätsanspruch der zwei Oboedienzen und ihre urkundliche und schicksalhafte Verzahnung mit dem Papsttum, den Königreichen beider Sizilien, den Verwicklungen in den Spanischen Erbfolgekrieg, mit dem Haus Farnese und dem Herzogtum Parma dar.


Kanzler Maximilian Graf Deym und der Autor Gregor Gregor Gatscher-Riedl dankten dem Verleger Birol Kilic für die erfolgreiche Drucklegung und überreichten ihm als Anerkennung ein emailliertes Ordensemblem mit der Devis „Res non verba“. Dass beim Neue Welt Verlag die Tat dem Wort folgt, sieht man nicht nur deutlich auf den Pressefotos, sondern auch in der aufwändigen Herstellung und Illustration des vorgestellten Buches.

Im Clubraum fanden sich die Gäste anschließend am Buffet zu anregenden Gesprächen und zum Diskurs zusammen. So konnte man sich mit dem Intendanten Piero Bordin (Art Carnuntum) austauschen, der sich mit zwei Botschafterinnen von Art Carnuntum ebenso eingefunden hatte wie der berühmte Philosophieprofessor Dr. Norbert Leser. „IN HOC SIGNO VINCES“ fand bei den Gästen begeisterte Aufnahme und reißenden Absatz, sodass Autor Gatscher-Riedl mit dem signieren der Bände kaum nachkommen konnte.

Der Neue Welt Verlag dankt der Erzdiözese Wien für die Räumlichkeiten und die reibungslose Organisation!

Bisher erschienene Rezensionen

Pressefotos:
www.neueweltverlag.at
www.neueweltverlag.at/index.php

Bericht der Veranstaltung
(in englischer Sprache)
www.constantinianorder.org/news/21-11-2012-in-hoc-signo-vinces-book-presentation.html

Kurzdarstellung
IN HOC SIGNO VINCES

Gemeinsam mit dem bekannten Souveränen Malteser Ritterorden ist der Konstantinische Georgsorden die einzige ritterliche katholische Ordensgemeinschaft, die den Status der päpstlichen Anerkennung und Bestätigung bis in unsere Zeit bewahren konnte. Als päpstlicher Orden ist er eine Gemeinschaft des Gebets, der Spiritualität und der Aktion, dem katholische Laien beiderlei Geschlechts sowie Geistliche angehören. Zu den berühmtesten Mitgliedern gehören Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli), die Könige von Neapel-Sizilien und spanische Prinzen. Der Ordensauftrag besteht in der Stärkung des christlichen Lebens seiner Mitglieder, wobei sich die Ritter und Damen des Ordens offen zu Papst und Kirche bekennen.

Vor 1.700 Jahren läutete eine himmlische Vision eine neue Epoche ein. Die Vision des Christusmonogramms X und P bzw. des Kreuzes und die Worte „In hoc signo vinces!“ (In diesem Zeichen wirst du siegen!) führten Kaiser Konstantin I. zum Sieg an der Milvischen Brücke (312 n. Chr.) in der Nähe von Rom gegen seinen Widersacher Maxentius. Die „Konstantinische Wende“ bewirkte das sogenannte Edikt von Mailand im Jahre 313, mit dem das Christentum im gesamten Römischen Reich religiöse Freiheit erhielt. Unter Kaiser Theodosius I. wurde schließlich 380 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion erklärt.

Dieser mythische Moment der Kreuzesvision im Jahre 310 spielt bis heute eine große Rolle im Selbstverständnis des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, der als päpstlich approbierte Gemeinschaft und durch seine Verbindungen mit den Dynastien Farnese, Bourbon und Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen auch stets Gegenstand der gesamteuropäischen Politik war.

Die konstantinische Tradition erhebt den Anspruch, in der direkten Kontinuität der Kaiser von Byzanz zu stehen. Tatsächlich entstand der Orden aber weder in Rom noch im heutigen Istanbul, sondern verdankt seine Entstehung der Expansion des Osmanischen Reichs unter Sultan Mehmed II. im 15. Jahrhundert. Die Sultane führten den Titel der „türkischen, Asiae und Graeciae Kaiser“, sahen sich also ihrerseits wiederum in der Tradition des Oströmischen Reiches. Der Ritterorden selbst ist mit der sagenumwobenen, mächtigen Fürstenfamilie de Angeli verwurzelt, die sich nach der osmanischen Eroberung Albaniens in der Markusrepublik Venedig niederließ. Paolo Angheli wurde Erzbischof von Durazzo (möglicherweise auch Kardinal) und betrieb regen Schriftverkehr mit den Päpsten Nikolaus V., Calixtus III., Pius II. und Paul II. Er war der intellektuelle und militärische Anführer der albanischen Kirche gegen Sultan Mehmed II.

In der Geschichte des Konstantinischen Georgsordens verschwimmen historische, quellenbasierte Fakten und überlieferte, mit Pathos vertretene Traditionen zu einem uneinheitlichen Bild. Dr. Gregor Gatscher-Riedl, der den Orden von innen kennt und über bisher unveröffentlichte Hintergrundinformationen verfügt, hat daher in akribischer Kleinarbeit alle bisher erschienenen Dokumente, Monographien und Aufsätze zusammengetragen und eine spannende Chronik dieses faszinierenden „ältesten Ordens der Christenheit“ erstellt, welche auch für Laien leicht lesbar und verständlich ist. Mit dem Quellenteil ist diese Ordensgeschichte eine unentbehrliche Grundlage für weitere Forschungen.

Zahlreiche, teilweise noch nie veröffentlichte Farbabbildungen (Stiche und Gemälde, Ordensklassen der beiden Oboedienzen, Ordenszeremonien) illustrieren den Band, der auch für Phaleristiker, Heraldiker, Numismatiker und Militaria-Sammler von Interesse ist. Ein besonderer Teil beschäftigt sich mit den „falschen konstantinischen Orden“ und zieht damit eine klare Trennlinie zum vom Vatikan anerkannten Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg. Im Anhang findet sich eine Namensliste der Großmeister, der Großprioren und Kardinal-Protektoren des Konstantinischen Ordens von den Anfängen bis heute. Eine Statistik der Ordensmitglieder von 1699 bis 1960, ein weiterführender Fußnotenapparat und nützliche Internet-Verweise runden den Band ab.

Über den Autor
Gregor Gatscher-Riedl, Mag. phil. Dr. phil., PhDr., Studium an den Universitäten Wien und Nitra (Slowakei). Forschungsschwerpunkte: Regional- und Lokalgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der habsburgisch-osmanischen Kriege, Studentengeschichte, Kirchengeschichte, Wappen- und Ordenskunde. Gatscher-Riedl ist Verdienstritter (Cavaliere di Merito) des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg, Mitglied der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft „Adler“ in Wien sowie der Orders and Medals Society of America.

Info und Bestellung:

In hoc signo vinces

Zwischen religiösem Mythos und politischem Anspruch von Byzanz nach Neapel

Die Geschichte des Heiligen Konstantinischen Ritterordens vom Heiligen Georg

Herausgegeben von Birol Kilic

Mit einem Vorwort von Simeon von Habsburg-Lothringen

Hardcover, ca. 206 Seiten, 49 zumeist farbige Abb.

ISBN 978-3-9503061-2-5

Preis: EUR 29,90

Neue Welt Verlag Bestellung: office@neueweltverlag.at
 
Neue Welt Verlag GesmbH,
Dorotheergasse 6/24 / A-1010 Wien,
Mag. Deniz Sel,
Tel: +43 (0)1/513 76 15-0
E-Mail: d.sel@neueweltverlag.at

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Starke Gefühle

Dieser Sammelband dokumentiert die Ergebnisse des Symposions an der Universität Wien im Jahre 2008. Es war der Auftakt einer neuen wissenschaftlichen und fächer­übergreifenden Aktivität. Das dem vorliegenden Band zugrunde liegende Symposion stand unter den Schlagwörtern „Lieben“, „Starke Gefühle“, „lyrische Emotionalitätsdiskurse des 19. Jahrhunderts“. Hoffen wir auf die Stärke der Liebe, die Menschen inmitten der zahlreichen Widersprüche immer mehr bindet und das Gemeinsame vermittelt.

„Wieviel Friedrich Hebbel aus der menschlichen Vernunft, seinem Natur- und Seelenverständnis der menschlichen Existenz uns heutigen Rezipienten hinterlassen hat, zeigen die vorliegenden Texte, die demonstrieren, wie Friedrich Hebbel immer wieder in zeitgenössischem Kontext neu gelesen und befragt werden kann. Die Aussage seiner Bühnenstücke, Prosawerke und Gedichte hält nicht nur in der traditionellen Rezeption, sondern auch etwa im Lichte moderner Gender-Theorien stand. Die Beiträge dieses Bandes belegen dies sehr eindringlich.“
Wolfgang J. Bandion

Vorwort des Verlegers Birol Kilic

Im Namen des Neue Welt Verlages freut es mich, diesen umfangreichen Band zum 200. Geburtstag von Friedrich Hebbel dem interessierten Publikum nachreichen zu können.

An diesem Sammelband, dessen Grundlage eine Fachtagung im Jahr 2012 bildet, arbeiteten zahlreiche Autoren verschiedener internationaler Universitäten in Deutschland, Italien und Österreich (Bergamo, Klagenfurt, Mainz, München, Pressburg/Bratislava, Rom, Wien) und anderer renommierter wissenschaftlicher Institute und Gesellschaften (ÖAW) mit.

In meiner Studentenzeit in Wien haben mich die gefühlsschweren Gedichte Friedrich Hebbels immer sehr bewegt und mein Interesse an seiner Lebensgeschichte geweckt. Umso mehr ist es mir eine persönlich Freude, dass dieser Band, der in einer breit angelegten Studie zahlreiche Aspekte zum Schaffen Hebbels und anderer Dichter beleuchtet, in unserem Verlagshaus zustande kommen konnte.

Der Neue Welt Verlag möchte Brückenbauer zwischen den Kulturen, Religionen und Standpunkten sein. Wenn wir einen wissenschaftlichen Band mit dem Thema „Starke Gefühle“ herausgeben, so wollen wir damit einen Schwerpunkt auf die seelischen Befindlichkeiten und Prüfungen der Menschen legen. Wir wollen bewusst machen, dass ein interkultureller Dialog nur unter Beachtung der besonderen seelischen Fähigkeiten der Menschen möglich ist.

Besonderen Dank möchte ich Prof. Wolfgang J. Bandion aussprechen, der den Kontakt zu den Herausgebern und der „Internationalen Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft Wien“ hergestellt hat. Über ihn wurde auch die Illustration des Bandes mit Bildern des österreichischen Malers Hannes Scheucher ermöglicht. Frau MMag. Julie Bartosch und Frau Univ.-Prof. Dr. Christa Tuczay haben die Redaktion des Bandes tatkräftig und zielstrebig organisiert. Für die umsichtige Sachbearbeitung und die Begleitung der Drucklegung danke ich dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, unserem Lektor Ing. Arno Tippow M.A.

Birol Kilic
Verleger

Bestellung unter:
Neue Welt Verlag
MC&O GesmbH
Am Graben 31/24
1010 Wien

Tel +43-1-513 76 15-0
Fax +43-1-513 76 15-30
eMail: office[at]neueweltverlag.at

Impressum
1. Auflage 2015
© 2015 Neue Welt Verlag
www.neueweltverlag.at

306 Seiten, Preis: 29,00€
ISBN 978-3-9503061-3-2

Printed in EU

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, auch auszugsweise, gesetzlich vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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Buchpräsentation „DIE ROTEN RITTER“

Buchpräsentation „DIE ROTEN RITTER – Zwischen Medici, Habsburgern und Osmanen. Die Orden und Auszeichnungen des Großherzogtums Toskana.“ Herausgegeben von Birol Kilic. Mit einem Grußwort von Sigismund v. Habsburg-Lothringen
29.10.2014 / Palais Eschenbach

Kurzdarstellung

Die „Roten Ritter“ des Stefansordens operierten von 1561 bis 1773, als sie sich letztmalig an einer Flottenaktion gegen marokkanische Piraten bei Gibraltar beteiligten, in den Gewässern des Mittelmeers. Dabei sind laut den Aufzeichnungen im erhalten gebliebenen Archiv des Ordens 44 Schiffe der Osmanen und ihrer nordafrikanischen

Verbündeten versenkt, sowie 270 aufgebracht und gekapert worden. Die Truppen des Ordens nahmen in diesem Zeitraum 14.870 Gefangene, befreiten 4.840 Christen aus der Sklaverei und brachten sich in den symbolträchtigen Besitz von 350 feindlichen Fahnen und Feldzeichen. Der Orden unter dem roten, achtspitzigen Kreuz hat seine Wurzeln in der Entstehung eines modernen Staatskonzepts für das Großherzogtum Toskana. Trotz oder gerade wegen des rationalen Charakters dieses Regimes, das zu Beginn noch innerhalb scheinrepublikanischer Formen operierte, versuchte der Ordensgründer und erste Großherzog Cosimo  I. de’ Medici später, sich eine dynastische Legitimation in traditionell-monarchischen Bahnen zurechtzulegen. Ein wesentliches Element in dieser Strategie bildete der Stefansorden, dem nach dem Vorbild des Malteserordens die Aufgabe einer christlichen „Seepolizei“ im Mittelmeer zufallen sollte. Im weiteren Verlauf entwickelte sich der Stefansorden zu einem dynastischen Verdienstorden, dem von Seiten der habsburgischen Großherzöge 1807 noch der Verdienstorden vom Hl. Joseph und 1853 der Orden für Zivil- und Militärverdienst an die Seite gestellt wurden. Dieses Buch leuchtet erstmalig die Geschichte der toskanischen Ordenslandschaft aus. Damit wird nicht nur eine Lücke in der historisch-hilfswissenschaftlichen Literatur geschlossen, sondern auch ein Kapitel österreichisch-habsburgischer Geschichte in Italien dargestellt.

 

 

Die AutorenGregor Gatscher-Riedl, Mag. phil., MPA, Dr. phil., PhDr., geboren 1974, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien und Nitra (Slowakei), 2000 bis 2001 Mitarbeiter am Institut Österreichisches Biographisches Lexikon der Akademie der Wissenschaften, seit 2003 Archivar und Leiter der Umwelt- und Sozialabteilung der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, Kolumnist bei den NÖ Nachrichten, Schriftleiter der Heimatkundlichen Beilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mödling, 2011 Preisträger des Theodor-Körner-Preises zur Förderung von Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich.

 

 

Mario Strigl, Mag. phil. Dr. phil., Oberstleutnant des höheren militärfachlichen Dienstes, geboren 1972; Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft in Linz, München und Wien, Experte für Phaleristik im Auktionshaus Numismatik Lanz, München, Geschäftsführer des forum mozartplatz raum für wirtschaft und kultur, Wien, Lehrbeauftragter am Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien, Leiter des Archivs der Österreichischen Militärhistorie, Wien, Kommunikationstrainer und Experte für Geschichte des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, Vizepräsident der Offiziersgesellschaft Wien.

Hardcover, 276 Seiten, 64 zumeist farbige Abb,ISBN 978-3-9503061-5-6Neue Welt Verlag Bestellung:office@neueweltverlag.at Neue Welt Verlag GesmbH Am Graben 31/24, A-1010 WienMag. Deniz Sel Tel: +43 (0)1/513 76 15-0  d.sel@neueweltverlag.at

 

Literatur

Nachdenken über eine Reise ohne Ende

Brasilien literarisch

Luiz Antonio de Assis Brasil, Ignacio de Loyola Brandäo, Marina Colasanti, Roberto Da Matta, Marilene Felinto, Guido Guerra, Milton Hatoum, Ana Maria Machado, Haroldo Maranhäo, Joao Moura Jr., Joao de Jesus dos Paes Loureiro, Renata Pallotini, Marcelo Rubens Paiva, Domingos Pellegrini, Ruth Rocha, Moacyr Scliar, Deonisio da Skive, Suzana Vargas, Luiz Vilela, Ziraldo Alves Pinto

Leseprobe:

Vor der Nationalhymne wird eine uralte Frage diskutiert: Soll man sie stehend spielen oder im Sitzen? Die beiden Parteien sind: die Patrioten, die verlangen, dass man im Stehen spielt, um das Symbol des Vaterlandes zu ehren; auf der anderen Seite die Rebellen, die in der Hymne die Quintessenz der faschistischen Symbole dieser Republik sehen und sich weigern, sich zu erheben. Wie immer siegen die Praktiker: die Instrumente, deren Form erfordert, dass man sitzt (die Celli zum Beispiel), sollen so gespielt werden, alle anderen im Stehen. Man atmet erleichtert auf. Das Ritual der ewigen Diskussionen ist erfüllt, die politisch-musikalisch-ideologischen Überzeugungen sind bestätigt worden, und die Probe kann unter der Gleichgültigkeit des Maestro weitergehen…

Literatur

Jedem Wort gehört ein Himmel

von Deniz Göktürk, Zafer Senocak (Hrsg.)

Trotz – oder gerade wegen? – des Tourismus und der Anwesenheit von Türken in Deutschland:
Der Blick auf die moderne Türkei und ihre vielfältige Kultur bleibt verstellt. Vierzehn türkische Autoren und Autorinnen, geboren zwischen 1914 und 1961, geben Texte zum Besten, die eigens für diesen Band übersetzt wurden und Einblick in die gegenwärtigen Entwicklungen der türkischen Literatur bieten.
Es gilt einen Nachbarn zu entdecken…

Literatur

Diese Jahre Nahe Jerusalem

von Wolfgang Heyder (Hrsg.)

Asher Reich
Jerusalem und du
Durch Jerusalem wandern noch deine Wurzel
Und du bist wie eine lebendiger Baum.
Die Dämmerung Jerusalems: Harmonie
Des Abends in dem zwischen brennenden Farben wie
in Glas geschnitten sind dich Staunen ergriff.
Schon siehst du die Nacht nicht mehr schwarz.
Alle Wolken wird dein Haar aufscheuchen
Und deine Schritte steigen klingend
Und fünfzig Sterne laufen dir voran.
Ich weiß, seit deiner Rückkehr nach Jerusalem
Ist die Stadt wieder eins,
in ihr willst du Stein sein,
bauen und gebaut werden ihr
in diesen düsteren Zeit

Leseprobe:

… Ich blieb allein am Tisch zurück. Die Kerzen waren bereits völlig zusammengeschmolzen, die Enden der Dochte trieben obenauf wie schwarze Ameisen im flüssigen Wachs, und über ihnen flackerte die Flamme mit knackendem Geräusch. Schatten hüpften und sprangen an der Decke. Die Wände der Hütte waren an vielen Stellen mit Rissen versehen, und der Wind belagerte diese Risse und blies kalten Atem ein, scharf wie Messer. Ich war voller Furcht. Ich sprang auf und floh in mein Zimmer. Mutter stand neben der Shabbath-Lampe, deren gelbe Flamme mehr Schatten erzeugte als Licht spendete. Vater sprach sanft auf sie ein. Sie sprachen über ein Thema, über das in unserem Hause recht oft gesprochen wurde: Polen. Mutter nickte mit dem Kopf und schneuzte sich, mit einem lauten unangenehmen Geräusch. Danach rezitierte sie zwei Sätze, die seither in mir viele Tage lang Furcht erzeugt haben. Vielleicht war es durch das, was sie sagte, daß sich die Szene so tief in mein Herz eingegraben hat. …

Literatur

Die Spezialität des Hauses

von R. Friedlein, B. Richter

Quim Monzo: „Über die Schwierigkeit, in Katalonien auf katalanisch zu schreiben“

… Von welchen Schwierigkeiten ist die Rede? Von denen, auf die derjenige stoßen könnte, der sich entschließt, in Katalonien auf Katalanisch zu schreiben und dann sind Schreibwarenläden geschlossen und Kioske umringt von aggressiven Streikposten. Gewiss: Ohne Papier einerseits, und ohne Bleistift, Füllfederhalter, Kugelschreiber, Filzstift oder Rotring andererseits, ist es schwierig, in Katalonien auf Katalanisch zu schreiben. Aber es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass man sich einen Vorrat an Papier, Heften, und Schreibgeräten angelegt hat – so wenig Vorsorge man auch sonst zu treffen pflegt – und diese in der Wohnung, in der Villa oder in dem Reihenhaus, wo man sich wohnt, zur unmittelbaren Benutzung bereitliegen. Auf diese Art und Weise wird die Schwierigkeit gelöst, dass die Schreibwarenläden geschlossen sind und man weder einen Fetzen Papier noch einen Kugelschreiber in der Tasche hat, eine Umstand, in dem (warum sollten wir uns etwas vormachen) es tatsächlich schwierig wäre, in Katalonien auf Katalanisch zu schreiben.

Leseprobe:

… Doch er wappnete sich mit Mut, und eines nachts, nach nervösen Zärtlichkeiten, nachdem er sie in starrer Haltung geliebt und alle Bewegungen ihres Gesichts verfolgt, die Intensität jedes Kusses erforscht und sich eher nachdenklich als auf sein Tun konzentriert fallengelassen hatte, stellte er abrupt die Frage. Die Antwort war noch befremdlicher als der Anlaß der Frage. Völliges Unwissen, Nichtbemerken, keinerlei Warhnehmung. Nun, nach so langer Selbstquälerei, Konstruktion von Vermutungen und Verdacht, Hingabe an Selbstmitleid und der Empfindung von Angst, war dort gar nichts geschehen. Erst fühlte er sich verletzt, dann töricht, und er durchschritt mit rasender Schnelligkeit nochmals die Stufen des Prozesses, der in seinem Kopf stattgefunden hatte, betrachtete die imposanten Proportionen des Konstrukts, befand sich selbst für nutzlos und lächerlich, drehte sich weg, stellte sich schlafend und haßte mit Inbrunst das Wesen, das ein wenig zu friedlich neben ihm ein- und ausatmete. …

Literatur

Wie die Spree in den Bosporus fließt

von Aras Ören, Peter Schneider

Sommer 1990. Berlin im Taumel der Wiedervereinigung.
Aras Ören, ein Istanbuler in Berlin, schreibt an Peter Schneider, der sich in dieser Zeit in Istanbul aufhält. Lyrische Essays in Briefform, die Peter Schneider zu Antworten provozieren. „Wie die Spree in den Bosporus fließt“ dokumentiert den Beginn eines Dialogs eines Dialogs zwischen den beiden Schriftstellern zu aktuellen existentiellen Fragen, zu Kulturen, Wertvorstellungen … Ein Dialog, der – so fragmentarisch wie er ist – zum Weiterdenken einlädt.

Leseprobe:

… Lieber Peter,
wie viel Kilo wiegt die Liebe? Oder: wie viel Zentimeter misst der Egoismus?
Weißt du gar wie viel Atü Hochmut hat?
Und Freiheit und Demokratie und die Grundrechte – wie viel Joules?

Klingt das abwegig? Oder führen uns nicht Positivismus und Rationalismus zu diesen Fragen? Wenn Maße absolut sind und wenn alles mit allem vergleichbar sein soll…