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Buchpräsentation im Palais Eschenbach: „Das Burgenland als Internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“

„Das Burgenland als Internationale
Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“

von Deniz Sel

Wien/Palais Eschenbach.  Rund 100 Gäste füllten die Beletage im Palais Eschenbach. In Vertretung der Hausherrin KommR Margarete Kriz-Zwittkovits begrüßte Mag. Stephan Blahut die Gäste und übergab das Wort dem Vizepräsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Univ.-Prof. i.R. Dr. Arnold Suppan, der mit persönlichen Erinnerungen über den „Eisernen Vorhang“ fortsetzte und den großen Rahmen der Buchpräsentation absteckte, die das Ergebnis einer Tagung im Jahre 2011 ist, als das Burgenland sein 90jähriges Bestehen gefeiert hatte. Diese Tagung war von der Akademie der Wissenschaften organisiert worden. Die damaligen Vorträge flossen in den vorgestellten Band ein und zeichnen das Bild dieser internationalen Grenzregion in seinen vielschichtigen und komplexen Zusammenhängen.

Dem engagierten Verleger Dipl.-Ing. Birol Kilic wurde von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) aus den Händen von Univ.-Prof. Suppan ein Ehrenurkunde überreicht.

Dem engagierten Verleger Dipl.-Ing. Birol Kilic wurde von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) aus den Händen von Univ.-Prof. Suppan ein Ehrenurkunde überreicht. Der Neue Welt Verlag bedankte sich seinerseits bei allen Beteiligten mit Urkunden und silbernen und goldenen Medaillen mit symbolischen Darstellungen der Sehenswürdigkeiten von Wien und unterstrich damit die erfolgreiche Zusammenarbeit im letzten halben Jahr während der Drucklegung und in der Vorbereitung der Veranstaltung. Birol Kilic dankte besonders Dr. Maximilian Graf und Dr. Karlo Ruzicic-Kessler auch für die redaktionelle Begleitung während der Drucklegung und gratulierte Maximilian Graf zur jüngsten Promotion zum Doktor der Philosophie!

Die Autoren des neuen Bandes über das Burgenland, der die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Geschichte des Burgenlandes ist, sind Richard Lein, Klaus Koch, Karlo Ruzicic-Kessler, Bettina Hofmann, David Schriffl, Maximilian Graf, Barbara Lass, Philipp Strobl und David Pruonto. Herausgeber sind Maximilian Graf, Alexander Lass und Karlo Ruzicic-Kessler

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Anschließend erläuterte Birol Kilic, wieso der Neue Welt Verlag das Buch in den Druck bringen wollte. Der Neue Welt Verlag verstehe sich als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident, zwischen den Religionen und Kulturen, mit gegenseitigem Respekt unter Achtung der jeweils eigenen Würde. Der Verlag versuche, den Menschen bei der Suche, den richtigen Weg zu finden, zu helfen: Woher komme ich? Was ist der Sinn des Daseins? Wohin gehen wir? – Diesen Fragen sollte sich jeder stellen. Es gehe um nichts mehr oder weniger, als um die Zukunft eines jeden Menschen. Darüberhinaus stellten sich die Menschen viele Fragen und es scheint, dass selbst trotz oder wegen der modernen Wissenschaft immer mehr Fragen offen bleiben.

Um das Jetzt und die Zukunft in Frieden meistern zu können, müssen wir die Vergangenheit verstehen, so Kilic. Um Frieden in der Welt zu erreichen, sei es nötig, erst Frieden im eigenen Haus zu schaffen. Schrittweise kann so der Friede in die Welt hinausgetragen werden. Österreich ist natürlich heute sehr klein, aber es hat – gemeinsam mit seinen Nachbarn – eine große Vergangenheit. So ist es die Österreichische Idee, die das Zusammenleben vieler Völker unter einem Dach nicht als Illusion sieht. Es ist diese Österreichische Idee, die später zur Europäischen Idee wurde. Friede im Inland, Friede im Ausland!

Der Neue Welt Verlag ist stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Kultur, Religion, Wirtschaft, Migration, Alltag und Gesellschaft. Das Leitmotiv des Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit Hass und Intoleranz bekämpft und überwunden werden können. Als Verleger von Literatur und Magazinen (Yeni Vatan Gazetesi, Einspruch) ist es Birol Kilic ein Anliegen, gegen Scheinheiligkeit und Falschheit aufzutreten. Mit seinem sehr engagierten Team will der Unternehmer die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen. Kurz: Geistige Brücken bauen!

Der Neue Welt Verlag legt großen Wert, dass die Artikel nicht den Odem akademischer Kopflastigkeit versprühen, sondern auch für den historisch weniger versierten Laien leicht verständlich gelesen werden können. Denn Jubiläumsbände einer ganze Region sollen ja schließlich auch breitere Bevölkerungsschichten als jene des akademischen Elfenbeinturms ansprechen. Diese Gratwanderung scheint geschafft worden zu sein, so konnte man wenigsten in den anschließenden Gesprächen am Buffet hören, während die 9 Autoren fleißig die Bücher signierten.

Mit der jüngsten Publikations-Festveranstaltung „Das Burgenland als internationale Grenzregion“ in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist der Neue Welt Verlag offenbar seinem Ziel einen Schritt näher gekommen. Die Gäste waren begeistert von der Professionalität der Vorstellung und Moderation, wie auch die vielen nachfragenden und ergänzenden Diskussionsbeiträge bewiesen. Moderator Otmar Lahodynsky ( Zeitschrift PROFIL) hatte gemeinsam mit den Autoren alle Hände voll zu tun, alle Fragen des interessierten Publikums seriös zu beantworten. Was auch sehr gut gelang.

Die Geschichte des Burgenlandes im 20. und 21. Jahrhundert ist tatsächlich auch die einer internationalen Grenzregion: Von der „Burgenlandnahme“, über die Nachbarschaft in der Zwischenkriegszeit bis zum „Dritten Reich“ – und vom „Eisernen Vorhang“, über die Grenzöffnung 1989 bis zur Binnengrenze im Schengen-Raum der Europäischen Union – hatten zahlreiche Zäsuren seit dem Ersten Weltkrieg direkte Rückwirkungen auf das Burgenland. Diese prägten auch den Charakter seiner Außengrenze.

Mehrmals, nicht zuletzt 1956 und 1989, wurde sie auch zum Schauplatz zentraler, damit in Verbindung stehender Ereignisse. Dies lässt das Burgenland und seine Grenze gleichsam als Fokus europäischer Geschichte erscheinen.

Der nunmehr vorliegende, im Neue Welt Verlag erschienene Sammelband mit dem Titel „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ bietet einen Überblick über die wechselvolle Geschichte des Burgenlandes als Grenzregion. In diesem werden bisher unbekannte Fakten – sowie auch neue Interpretationen – einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Ausdrücklich wollten die Herausgeber keine reine Regionalgeschichte bringen. Viel mehr wollten sie gemeinsam mit den Autoren die Entwicklung der Außengrenze des Burgenlandes vom Ende der Monarchie bis in unsere Tage hinein – im Kontext der wechselvollen bilateralen und internationalen Entwicklungen der vergangenen fast 100 Jahre beleuchten. In chronologischer Abfolge analysieren die Autoren in durchleuchtenden Querschnittsfragestellungen die exponierte Lage des Burgenlands an einer sich in ihrem Charakter mehrfach verändernden Grenze.

Die zahlreichen Wandlungen an der burgenländischen Außengrenze im 20. und 21. Jahrhundert werden nicht zu Unrecht als ein Fokus der europäischen Geschichte bezeichnet. Heute gehört das Burgenland zum Zentrum eines geeinten Europas, gerade deshalb scheint es anlässlich seines 90jährigen Bestandes geboten, auf die wechselvolle Geschichte dieser Grenzregion im Kontext der internationalen Entwicklungen zurückzublicken. Vielleicht kann dieser Band auch dazu beitragen, hartnäckig bestehende „Grenzen im Kopf“ nachhaltig zu überwinden!

Unter den Gästen fand sich neben Prominenten Persönlichkeiten auch der renommierte Philosophieprofessor Prof. i.R. Dr. Norbert Leser  und der Intendant von Art Carnuntum Piero Bordin nebst charmanter Begleitung. Auch Österreichischer Botschafter in Tür Klaus selbst aus dem Burgenland abstammend hat mit Interessentanten Anekdoten die Buchepräsentation beriechert und großer Ehre erwiesen.

Buch-Kurzdarstellung

Im Jahr 2011 feierte das kurz nach der Ausrufung der I. Republik konstituierte und wild umstrittene Burgenland sein 90jähriges Bestehen. Seiner wechselhaften Geschichte ging eine Tagung „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit Studenten der Universität Wien nach. Der Tagungsband der zahlreichen Vortragenden, die die neuesten Forschungsergebnisse – aus ausländischen Archiven und Dokumenten sowie aufgrund Zeitzeugen-Interviews – vorstellen, ist im Neue Welt Verlag erschienen. Die Beiträge zeichnen die Entwicklung von der „Burgenlandnahme“, über die Nachbarschaft mit Ungarn, der Tschechoslowakei und Jugoslawien in der Zwischenkriegszeit bis zum „Dritten Reich“ (Verfolgung u.a. der Roma und Sinti, Grenzwall gegen die Rote Armee, Fluchtbewegungen etc.) und vom „Eisernen Vorhang“, über die Grenzöffnung 1989 (Paneuropa-Picknick) bis zur Binnengrenze im Schengen-Raum der Europäischen Union nach.
 
Auch die Auswanderung nach Amerika – die ersten Burgenländer siedelten sich zumeist in Chicago an – wird in dem auch für Laien leicht verständlichen und mit seltenen historischen Bildern aufgelockerten Aufsatzband behandelt. Zahlreiche Anmerkungen und Internet-Verweise ergänzen die Artikel und machen das Buch damit auch für akademische Burgenland- und Migrationsforscher sowie Genealogen aus Übersee unentbehrlich.
 
Schauplatz Burgenland – Einstmals Teil des Königreichs Ungarn, hatten nahezu alle weltgeschichtlichen Umbrüche seit dem Ersten Weltkrieg direkte Rückwirkung auf das zuletzt erworbene Bundesland der Republik Österreich und den internationalen Charakter seiner Außengrenze.

Infolge der beiden Restaurationsversuche Kaiser Karls 1921, der Besatzung durch die UdSSR bis 1955, des Ungarn-Aufstandes 1956 und der Wende 1989 – man denke nur an die Bilder der ersten DDR-Flüchtlinge, die um die Welt gingen – wurde seine Grenze zum Schauplatz realpolitischer Dramaturgie. Eine Grenze, die zeitweise als „grüne Grenze“ zahlreichen Ostblock-Flüchtlingen ein Fenster in die Freiheit öffnete, aber ebenso auch alle Perversionen, Absurditäten und Tragödien des „Eisernen Vorhangs“ in sich vereinte – geteilte Ortschaften, auseinandergerissene Familien, Stacheldrahtverhaue und Tretminen, Warengüter- und Menschen-Schmuggel, Konsumtourismus, spektakuläre Papst-Messen mit Johannes Paul II. Dies alles machte das Burgenland mit seinem „Antikapitalistischen Schutzwall“ gleichsam zu einem Fokus europäischer Geschichte zwischen den Machtblöcken NATO und Warschauer Pakt, während sich im jungen 21. Jahrhundert das einstige EU-Fördergebiet zu einer wirtschaftlich prosperierenden Region mit einer sehr positiven Perspektive entwickelt hat (Tourismus, Technologie, Weinanbau, Gastronomie). 
 
Das Fachbuch versammelt im ersten Abschnitt sechs Beiträge, die sich in chronologischer Reihenfolge mit der Geschichte der burgenländischen Außengrenze im 20. Jahrhundert widmen. Dem landesspezifischen Phänomen der Migration wird in einem weiteren Abschnitt mit zwei Aufsätzen Rechnung getragen. Ein abschließender Kommentar reflektiert die vorliegenden Ergebnisse und stellt durch einen Ausblick auf die jüngsten Veränderungen der Grenzregion Burgenland bis ins 21. Jahrhundert den Bogen zur Gegenwart her.

 

Burgenland Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil und Verleger DI Birol Kilic

Aus dem Inhalt:

-Die burgenländische Außengrenze im 20. und21. Jahrhundert
Die „Burgenlandnahme“ 1919–1924
(Richard Lein)
-Eine Grenzregion als Teil einer Nachbarschaft – Das Burgenland in der Zwischenkriegszeit
(Klaus Koch)
-Das „Burgenland“ im Zweiten Weltkrieg
(Karlo Ruzicic?Kessler)
Grenze zu Ungarn 1956: Der Stacheldraht fällt
(Bettina Hofmann)
Am Eisernen Vorhang:  Das Burgenland und die slowakische Grenze 1945–1968 (David Schriffl)
-Die Welt blickt auf das Burgenland 1989 – Die Grenze wird zum Abbild der Veränderung
(Maximilian Graf)
Über Grenzen hinweg…
-Die Amerikaner und die Burgenländer – eine besondere Geschichte
(Barbara Lass)
-„Zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben“
Die burgenländische Amerikawanderung der Zwischenkriegszeit
(Philipp Strobl)
-Kommentar und Ausblick
90 Jahre Burgenland – Von der Grenze zur Mitte Europas
(David Pruonto)

Info & Bestellung

Maximilian Graf/Alexander Lass/Karlo Ruzicic-Kessler (Hgg.)

Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert

Mit Vorworten von Landeshauptmann Dr. h.c. Hans Niessl,
Landeshauptmann-Stv. Mag. Franz Steindl
und des Verlegers Dipl.-Ing. Birol Kilic

Mit Beiträgen von Richard Lein, Klaus Koch, Karlo Ruzicic-Kessler, Bettina Hofmann,
David Schriffl, Maximilian Graf, Barbara Lass, Philipp Strobl und David Pruonto.

Hardcover, 240 Seiten, 2 Karten und 10 historische Abbildungen.

ISBN 978-3-9503061-4-9

Preis: EUR 29,90

2. Buch

Pressekonferenz, Buchvorstellung und Diskussion

„100 Jahre Burgenland: Geschichte einer internationalen Grenzregion“ im Presseclub Concordia.

Dienstag, 15.12.2022 um 10 Uhr im Presseclub Concordia (Wien I, Bankgasse 8)

„100 Jahre Burgenland-Geschichte einer internationalen Grenzregion“ – Neue Welt Verlag
Herausgeber: Maximilian Graf, Karlo Ruzicic-Kessler, Birol Kilic

Buchpräsentation, Pressekonferenz und anschließende Diskussion mit Mag. Brigitte Ederer und Dr. Franz Fischler. Mit einer Eröffnungsrede vom Vizepräsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Prof. Dr. Arnold Suppan. Der Neue Welt Verlag freut sich JournalistInnen und Interessierte bei dieser Präsentation begrüßen zu dürfen.

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Bestimmungen ist eine Anmeldung zur Buchpräsentation Pflicht: d.sel@neueweltverlag.at

https://www.youtube.com/watch?v=VogEsIFX-is

„100 Jahre Burgenland: Geschichte einer internationalen Grenzregion“ mit Beiträgen von Maximilian Graf, Bettina Hofman, Klaus Koch, Otmar Lahodynsky, Richard Lein, Karlo Ruzicic-Kessler und David Schriffl. Mit Vorworten von Arnold Suppan, Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ÖAW, und dem Verleger Birol Kilic.

Diskutanten

Dr. Franz Fischler
1989-1994 Landwirtschaftsminister (ÖVP), dann erster EU-Kommissar Österreichs (1995-2004), Ehemaliger Präsident des Forums Alpbach.

Herr  Otmar Lahodynsky
Journalist und EU-Spezialist

Moderation: Herr Dr. Ivo Mijnssen
Neue Zürcher Zeitung (NZZ)-Korrespondent Zentral- und Osteuropa in Wien.
Schreibt über Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei.
Präsident des Verbands der Auslandspresse in Wien

Diskussionsthemen

Burgenland zum 100. Geburtstag. Wandel eines Grenzlandes durch EU-Förderungen. Vom Armenhaus zur EU-Modellregion. Über die Entwicklung des Burgenlandes seit dem EU-Beitritt 1995 und den Effekten der EU-Förderungen sprechen zwei Politiker, die maßgeblich zur Erlangung des „Ziel 1-Gebiet“-Status für das Burgenland beigetragen haben.

Präsentation

Im Rahmen der Präsentation des Werkes reden der Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Arnold Suppan und der Verleger Birol Kilic mit den Autoren, darunter der Journalist und EU-Spezialist Otmar Lahodynsky, über die Schlüsselmomente der 100jährigen Geschichte des Burgenlands.

100 Jahre Burgenland

Das Burgenland blickt auf eine bewegte Vergangenheit als internationale Grenzregion zurück. Seit seiner Gründung gleicht das Bundesland einem Fokus europäischer Geschichte. Im nun erschienen Buch werden Themen wie die „Burgenlandnahme“, die Zwischenkriegszeit, die Entgrenzung im „Dritten Reich“, der Ungarnaufstand 1956, der „Eiserne Vorhang“ und seine Öffnung 1989 sowie die Rolle des Burgenlandes als Binnengrenze im Schengen-Raum der Europäischen Union behandelt. Die Außengrenzfunktion des jüngsten Bundeslandes Österreichs spielt auch in letzter Zeit eine große Rolle, zum Beispiel als 2015 eine Welle an Flüchtlingen Europa erreichte oder als die Grenzkontrollen aufgrund der Corona-Krise seit 2020 verschärft werden mussten.

Das Buch „100 Jahre Burgenland“ erzählt von der wechselvollen Geschichte des östlichsten Teils von Österreich. Bisher unbekannte Fakten sowie neue Interpretationen zur Grenzregion gelangen durch das Werk an die Öffentlichkeit. Es hebt ebenfalls die rasante Entwicklung des Burgenlandes in vielen Bereichen wie Bildung, Wirtschaft und Tourismus seit dem EU-Beitritt 1995 hervor. Das Buch beinhaltet Beiträge von den Autoren Maximilian Graf, Bettina Hofman, Klaus Koch, Otmar Lahodynsky, Richard Lein, Karlo Ruzicic-Kessler und David Schriffl.

Buchbestellung:
100 Jahre Burgenland: Geschichte einer internationalen Grenzregion
Softcover, 216 Seiten, 2 Karten und 11 historische Abbildungen.
ISBN 978-3-9503981-2-0
Preis: EUR 19,90€
https://www.isbn.de/buch/9783950398120_100-jahre-burgenland.htm

Rückfragen & Kontakt:
Neue Welt Verlag
Mag. Deniz Sel
Tel: +43-1-513 76 15-0
E-Mail: d.sel@neueweltverlag.at
www.neueweltverlag.at

Presstimmen> 

https://www.wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/2134026-Burgenland-als-EU-Musterregion.html

https://www.yeniposta.net/avusturya-bilim-akademisi-sundu-bir-kitap-ve-bir-takdirname/

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/fischler-fuer-neuausrichtung-von-oesterreichs-eu-politik-114065257

https://www.msn.com/de-at/nachrichten/ausland/fischler-f%C3%BCr-neuausrichtung-von-%C3%B6sterreichs-eu-politik/ar-AARQdjg

Fachbücher, homepage

EU for YOU! auf Türkisch

Wolfgang Böhm, Otmar Lahodynsky   Eine literarische und kulturelle Verbindung zwischen Ländern herzustellen, im Besonderen zwischen Österreich und der Türkei, und den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern ist der Grundgedanke des Neue Welt Verlages. In Hinblick auf die laufenden Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union mit der Türkei entstand die Idee das Buch „EU for you!“ Jugendlichen aus der Türkei und Nordzypern schon im Vorfeld einer möglichen Mitgliedschaft zugänglich zu machen um eine konkrete Vorstellung vom Aufbau, den Ideen und Zielen der EU zu vermitteln.

In „EU for you!“, das von den österreichischen Autoren Wolfgang Böhm und Otmar Lahodynsky speziell als Europa- Einführungsbuch für Schüler und Schülerinnen ab 12 Jahren konzipiert ist, werden die komplexen Funktionsweisen der europäischen Institutionen verständlich dargestellt sowie ihre jeweiligen Aufgabenbereiche aufgezeigt und über die historische und zukünftige Entwicklung der Europäischen Union informiert. Die Vernetzung der einzelnen Institutionen wird ebenso erklärt wie die Mitwirkungsmöglichkeiten der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Links von rechts Otmar Lahodynsky, Birol Kilic, Wolfgang Böhm

Der Aufbau  von „EU for you“ ist schon solchermaßen gegliedert, dass lediglich der Austausch des länderspezifischen Kapitels notwendig ist um das Buch auch weiteren EU- Mitgliedstaaten als unterstützendes Unterrichtsmittel an Schulen zur Verfügung stellen zu können. So wurde das Werk in türkische Sprache übertragen und nur insoweit modifiziert als sich der länderspezifische Teil konkret mit den erforderlichen Beitrittsvoraussetzungen und Vorgaben, dem bisherigen und zukünftigen Verlauf der Verhandlungen zwischen EU und Türkei und den Rechten und Pflichten einer EU- Mitgliedschaft auseinandersetzt.

Links von rechts Otmar Lahodynsky, Bildungsminister Heinz Faßmann und Wolfgang Böhm

Gerade Jugendlichen würde ein EU- Beitritt viele Chancen bieten. Dennoch lässt sich in vielen Beitrittskandidatenländern ein enormes Wissensdefizit über die Europäische Union feststellen und diese häufig als unüberschaubares, bürokratisches und bürgerfernes Gebilde angesehen. Deshalb wäre die Bewusstseinsbildung für ein gemeinsames Europa schon in der Schule und vor einem zukünftigen Beitritt für alle Beteiligten sinnvoll. Es soll verständlich gemacht werden wie sich die EU entwickelt hat, wie sie sich zusammensetzt und funktioniert. Weiters wird deutlich gemacht, dass Entscheidungen welche von der Europäischen Union beziehungsweise ihren Institutionen getroffen werden für jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin konkret von Bedeutung sind, aber auch, wie Institutionen und Akteure der Mitgliedsländer bei der Entscheidungsfindung mitwirken und Entscheidungen mit beeinflussen können.

 

EU for YOU!

112 Seiten
ISBN 3-9502057-1-3
EUR 9,90
Neue Welt Verlag

Fachbücher

IMMOBILIENERWERB TÜRKEI: Buch-Neuerscheinung

aus dem Inhalt:

Über die Türkei

– Entscheidungsgrundlagen
– Darstellung der Situation
– Geschichte
– Kultur
– Religion
– Wissenschaft

Regionen

– Ägäis
– Mittelmeer
– Zentraltürkei
– Istanbul

Auswahl der Immobilien

– Wie finde ich eine Immobilie
– Alternativen zum Kauf
– Reisen in die Türkei

Kaufabwicklung

– Geldertransformation
– Hypothekarfinanzierung in Österreich, in der Türkei
– Eigentumsverhältnisse
– Einführung in das türkische Liegenschaftsrecht
– Ablauf eines Immobilienkaufs in der Türkei – kurze Darstellung
– Auswahl eines Rechtsanwalts
– Willensübereinstimmung über die Liegenschaft
– Willensübereinstimmung über den Kaufpreis
– Darstellung der Besonderheiten des TAPU
– Kosten des Liegenschaftskaufes
– Wesensmerkmale verschiedener Immobilientypen

Steuer

– Einführung in das türkische Steuersystem
– Anfall einer Steuer in Österreich
– Anfall der Steuer in der Türkei
– Örtliche Abgaben und Steuern
– Steuern, wenn kein Wohnsitz in der Türkei
– Steuern, wenn Wohnsitz in der Türkei begründet wird
– Doppelbesteuerungsabkommen

Umzug in die Türkei

– Visa
– Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen
– Darstellung des Gesundheitssystems
– Darstellung des Sozialsystems
– Pension
– Versicherung
– Telefon, Internet, Post
– Sicherheit, Polizei
– Benützen eines PKW’s in der Türkei
– Mitnahme von Tieren
– Essen und Trinken
– Einkaufen
– Etikette
– Sprache
– Erziehung, Religion

Vermietung

– Auswahl der Region
– Auswahl der Immobilie
– Ausstattung (möbliert oder unmöbliert)
– Marketing
– Vertragsgestaltung und Steuer

Vokabeln
Checklist
Index

homepage, Literatur

Starke Gefühle

Dieser Sammelband dokumentiert die Ergebnisse des Symposions an der Universität Wien im Jahre 2008. Es war der Auftakt einer neuen wissenschaftlichen und fächer­übergreifenden Aktivität. Das dem vorliegenden Band zugrunde liegende Symposion stand unter den Schlagwörtern „Lieben“, „Starke Gefühle“, „lyrische Emotionalitätsdiskurse des 19. Jahrhunderts“. Hoffen wir auf die Stärke der Liebe, die Menschen inmitten der zahlreichen Widersprüche immer mehr bindet und das Gemeinsame vermittelt.

„Wieviel Friedrich Hebbel aus der menschlichen Vernunft, seinem Natur- und Seelenverständnis der menschlichen Existenz uns heutigen Rezipienten hinterlassen hat, zeigen die vorliegenden Texte, die demonstrieren, wie Friedrich Hebbel immer wieder in zeitgenössischem Kontext neu gelesen und befragt werden kann. Die Aussage seiner Bühnenstücke, Prosawerke und Gedichte hält nicht nur in der traditionellen Rezeption, sondern auch etwa im Lichte moderner Gender-Theorien stand. Die Beiträge dieses Bandes belegen dies sehr eindringlich.“
Wolfgang J. Bandion

Vorwort des Verlegers Birol Kilic

Im Namen des Neue Welt Verlages freut es mich, diesen umfangreichen Band zum 200. Geburtstag von Friedrich Hebbel dem interessierten Publikum nachreichen zu können.

An diesem Sammelband, dessen Grundlage eine Fachtagung im Jahr 2012 bildet, arbeiteten zahlreiche Autoren verschiedener internationaler Universitäten in Deutschland, Italien und Österreich (Bergamo, Klagenfurt, Mainz, München, Pressburg/Bratislava, Rom, Wien) und anderer renommierter wissenschaftlicher Institute und Gesellschaften (ÖAW) mit.

In meiner Studentenzeit in Wien haben mich die gefühlsschweren Gedichte Friedrich Hebbels immer sehr bewegt und mein Interesse an seiner Lebensgeschichte geweckt. Umso mehr ist es mir eine persönlich Freude, dass dieser Band, der in einer breit angelegten Studie zahlreiche Aspekte zum Schaffen Hebbels und anderer Dichter beleuchtet, in unserem Verlagshaus zustande kommen konnte.

Der Neue Welt Verlag möchte Brückenbauer zwischen den Kulturen, Religionen und Standpunkten sein. Wenn wir einen wissenschaftlichen Band mit dem Thema „Starke Gefühle“ herausgeben, so wollen wir damit einen Schwerpunkt auf die seelischen Befindlichkeiten und Prüfungen der Menschen legen. Wir wollen bewusst machen, dass ein interkultureller Dialog nur unter Beachtung der besonderen seelischen Fähigkeiten der Menschen möglich ist.

Besonderen Dank möchte ich Prof. Wolfgang J. Bandion aussprechen, der den Kontakt zu den Herausgebern und der „Internationalen Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft Wien“ hergestellt hat. Über ihn wurde auch die Illustration des Bandes mit Bildern des österreichischen Malers Hannes Scheucher ermöglicht. Frau MMag. Julie Bartosch und Frau Univ.-Prof. Dr. Christa Tuczay haben die Redaktion des Bandes tatkräftig und zielstrebig organisiert. Für die umsichtige Sachbearbeitung und die Begleitung der Drucklegung danke ich dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, unserem Lektor Ing. Arno Tippow M.A.

Birol Kilic
Verleger

Bestellung unter:
Neue Welt Verlag
Am Graben 31/24
1010 Wien

Tel +43-1-513 76 15-0
Fax +43-1-513 76 15-30
eMail: office[at]neueweltverlag.at

Impressum
1. Auflage 2015
© 2015 Neue Welt Verlag
www.neueweltverlag.at

306 Seiten, Preis: 29,00€
ISBN 978-3-9503061-3-2

Printed in EU

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, auch auszugsweise, gesetzlich vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

homepage, Literatur

Buchpräsentation „DIE ROTEN RITTER“

Buchpräsentation „DIE ROTEN RITTER – Zwischen Medici, Habsburgern und Osmanen. Die Orden und Auszeichnungen des Großherzogtums Toskana.“ Herausgegeben von Birol Kilic. Mit einem Grußwort von Sigismund v. Habsburg-Lothringen
29.10.2014 / Palais Eschenbach

Kurzdarstellung

Die „Roten Ritter“ des Stefansordens operierten von 1561 bis 1773, als sie sich letztmalig an einer Flottenaktion gegen marokkanische Piraten bei Gibraltar beteiligten, in den Gewässern des Mittelmeers. Dabei sind laut den Aufzeichnungen im erhalten gebliebenen Archiv des Ordens 44 Schiffe der Osmanen und ihrer nordafrikanischen

Verbündeten versenkt, sowie 270 aufgebracht und gekapert worden. Die Truppen des Ordens nahmen in diesem Zeitraum 14.870 Gefangene, befreiten 4.840 Christen aus der Sklaverei und brachten sich in den symbolträchtigen Besitz von 350 feindlichen Fahnen und Feldzeichen. Der Orden unter dem roten, achtspitzigen Kreuz hat seine Wurzeln in der Entstehung eines modernen Staatskonzepts für das Großherzogtum Toskana. Trotz oder gerade wegen des rationalen Charakters dieses Regimes, das zu Beginn noch innerhalb scheinrepublikanischer Formen operierte, versuchte der Ordensgründer und erste Großherzog Cosimo  I. de’ Medici später, sich eine dynastische Legitimation in traditionell-monarchischen Bahnen zurechtzulegen. Ein wesentliches Element in dieser Strategie bildete der Stefansorden, dem nach dem Vorbild des Malteserordens die Aufgabe einer christlichen „Seepolizei“ im Mittelmeer zufallen sollte. Im weiteren Verlauf entwickelte sich der Stefansorden zu einem dynastischen Verdienstorden, dem von Seiten der habsburgischen Großherzöge 1807 noch der Verdienstorden vom Hl. Joseph und 1853 der Orden für Zivil- und Militärverdienst an die Seite gestellt wurden. Dieses Buch leuchtet erstmalig die Geschichte der toskanischen Ordenslandschaft aus. Damit wird nicht nur eine Lücke in der historisch-hilfswissenschaftlichen Literatur geschlossen, sondern auch ein Kapitel österreichisch-habsburgischer Geschichte in Italien dargestellt.

 

 

Die AutorenGregor Gatscher-Riedl, Mag. phil., MPA, Dr. phil., PhDr., geboren 1974, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien und Nitra (Slowakei), 2000 bis 2001 Mitarbeiter am Institut Österreichisches Biographisches Lexikon der Akademie der Wissenschaften, seit 2003 Archivar und Leiter der Umwelt- und Sozialabteilung der Marktgemeinde Perchtoldsdorf, Kolumnist bei den NÖ Nachrichten, Schriftleiter der Heimatkundlichen Beilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Mödling, 2011 Preisträger des Theodor-Körner-Preises zur Förderung von Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich.

 

 

Mario Strigl, Mag. phil. Dr. phil., Oberstleutnant des höheren militärfachlichen Dienstes, geboren 1972; Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft in Linz, München und Wien, Experte für Phaleristik im Auktionshaus Numismatik Lanz, München, Geschäftsführer des forum mozartplatz raum für wirtschaft und kultur, Wien, Lehrbeauftragter am Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien, Leiter des Archivs der Österreichischen Militärhistorie, Wien, Kommunikationstrainer und Experte für Geschichte des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport, Vizepräsident der Offiziersgesellschaft Wien.

Hardcover, 276 Seiten, 64 zumeist farbige Abb,ISBN 978-3-9503061-5-6Neue Welt Verlag Bestellung:office@neueweltverlag.at Neue Welt Verlag GesmbH Am Graben 31/24, A-1010 WienMag. Deniz Sel Tel: +43 (0)1/513 76 15-0  d.sel@neueweltverlag.at

 


 

Hier können Sie das Buch als E-Book lesen.

Fachbücher

INVESTITION TÜRKEI: Buch-Neuerscheinung

Investitionsstandort und Förderungen in der Türkei aus der Sicht österreichischer Unternehmen

aus dem Inhalt:

Türkei Länderprofil

– Daten/Übersicht
– Geschichte / Politisches System / Übersicht der aktuellen Regierung
– Wirtschaftspolitische Übersicht

Die Beziehungen der EU zur Türkei

– Die EWG und die Türkei / Ankara Agreement / Zollunion
– Übersicht und Stand der EU Beitrittsverhandlungen mit der Türkei
– Der EU Finanzrahmen für die Türkei 2006 und 2007-2013
– EU-Förderungen und Finanzierungen in der Türkei

Die Beziehungen Österreichs zu Türkei

– Geschichte der wirtschaftlichen, diplomatischen und kulturellen Beziehungen
– Bestehende wirtschaftliche Beziehungen (Austausch von Waren und Dienstleistungen)
– Geltende bilaterale Abkommen
– Österreichische Kontaktstellen in der Türkei
– Good Practices: Erfolgreiche Kooperationen / Investitionen Ö-TK Unternehmen
– Das endogene potential Wiens / Ö als Wirtschaftsfaktor

Die Türkei als Investitionsstandort

– Der türkische Binnenmarkt und die Region (Hub zu Schwarzmeer & Naher Osten)
– Erfolgversprechende Sektoren mit hohem Wachstumspotential (z.B. Transportinfrastruktur, Bau, Umwelttechnologien & Erneuerbare Energien, Beratungsunternehmen).
– Wirtschaftliche, steuerliche und Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen für Investitionen in der Türkei
– Nationale und regionale Unternehmensförderungen in der TK
– Internationalisierungsförderungen in Ö: AWS, ÖKB, Banken
–  Bankensystem und IFI (EIB / EBRD) in der TK

Romane

Familienflut

von Miklos Mesezöly

Miklos Mesezöly, einer der bedeutendsten Schriftsteller der zeitgenössischen ungarischen Literatur, hat mit diesem letzten Roman eine weiteres Stück zu jenem Epos vorgelegt, an dem er seit Jahrzehnten arbeitet, eine Reihe von Erzählungen und Romanen, die eine zusammenhängende Mythologie von Pannonien bilden. Das vorliegende Buch schildert das tägliche Leben von drei Generationen einer bürgerlichen Familie in einer Kleinstadt in Südungarn in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts.

Leseprobe:

… Von eben diesem Spektakel waren Matinka und Iddi empfangen worden, als sie hereinplatzten. Hermina und Matinka hatten sich seit mindestens fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen. Biborka trieb einen Lehnstuhl für Matinka auf, selbstverständlich konnte wegen des frühen Besuches nicht das Waschzeremoniell unterbrochen werden; es wäre auch nicht nötig gewesen. Sie kannten einander gut genug und fanden ohne jede Schwierigkeit sofort zu dem frotzelnden Ton zurück, den sie schon bei ihrer Bekanntschaft aneinander ausprobiert hatten – nicht eben im Zeichen gegenseitiger Sympathie. Wahrscheinlich war jede gespannt auf die Dramaturgie der Toleranz der anderen…

Romane

Der Mann im Unterhemd

von Zafer Senocak

„Jeder Mann möchte Lisa begegnen und hat Angst davor. Die wildesten entschlossendsten Aufreißertypen, die verschmitztesten Charmeure sind verschüchtert, fahren mit gesenkten Blicken in der Untergrundbahn. Warum schweigt die Gemeinde so hartnäckig? Glaubt jeder an ein zweites Mal, das es niemals geben wird? Wer hat die Gerüchte verbreitet, auf denen diese ganze Geschichte beruhte? Alles ist erfunden. Wie beruhigend diese Feststellung wäre, wenn nur nicht fast das ganze Leben aus Erfindungen bestünde.“

Leseprobe:

… Der Mann im Unterhemd lebte im Dreieck von Schreibmaschine, Meer und Frau. Sein Leben lang suchte er den rechten Winkel. Das Meer war die endlose Weite, die Vergesslichkeit. Die Frau war die endlose Nähe, die schrumpfte und zerfiel, um zu wachsen. Die Schreibmaschine war die Paarung. Immer wenn die Nähe der Frau so gewachsen war, dass der Mann im Unterhemd nicht mehr in sie hineinpasste, schiffte er hinaus in die Vergesslichkeit, kam als alter Mann zurück, paarte seine Fingerkuppen mit dem Papier und war wie neugeboren. Doch befand er sich in diesem Augenblick, zu dieser Stunde nicht im rechten Winkel, sondern im spitzen. Nur im rechten Winkel ist eine Frau dem Jäger nahe…

Romane

Der Erottomane

von Zafer Senocak

Ein Mann wird ermordet in der Spree aufgefunden. Seine Hinterlassenschaft: Manuskripte, die um erotische Abenteuer kreisen. Als Staatsanwalt, der mit diesem Fall betraut ist, diese Findelbücher an seinen befreundeten Schriftsteller weitergibt, versucht dieser, sich einen Reim auf sie zu machen. Wird es ihm gelingen, den Mord zu dechiffrieren?
Wie in Senocaks letzten Romanen steht auch diesmal wieder ein Berliner Schriftsteller im Mittelpunkt der Handlung. Da er sich von seinen Musen, den Frauen, verlassen sieht, will er eigentlich der Stadt den Rücken kehren und eine Reise nach Innerasien antreten. Doch die Findelbücher und der mysteriöse Mord, von dem ihm der Staatsanwalt erzählt, halten ihn davon ab. Er durchforstet die Bücher und stößt auf Figuren, die ihm bekannt vorkommen. Möglicherweise geschah der Mord im Verlauf sadomasochistischer Spiele im Rotlichtmilieu…

Leseprobe:

… Unter den Büchern fand ich einen Stadtplan aus dem letzten Jahrhundert. Er ist in einer Schrift geschrieben, die ich nicht lesen kann, aber ich habe die Stadt darauf wieder erkannt. Der Plan dient mir jetzt zur Orientierung. Die Stadt ist wie eine Krake, die sich auf das Meer gesetzt hat. Ich habe begonnen, alle Bücher über diese Stadt auf einem Regal zusammenzustellen, um dieser Stadt irgendwann einmal einen Namen geben zu können. Ihre bisherigen Nahmen, es sollen über hundert sein, sind ungültig. Man ist hierzulande heikel mit Namen. Er kann über Leben oder Tod entscheiden. Es ist üblich, dass man sich nicht vorstellt. Ich frage Ilija deshalb auch nicht nach seinem Namen…

Romane

Botenkindermorde

von Perihan Magden

Eigentlich ist er ja Schüler an einem Konservatorium. Aber seine Professoren haben ihn in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, weil er den Schlafsaal in Brand setzte. Endlich wieder entlassen und zurück in seiner Heimat, sieht er sich unwillkürlich in die Aufklärung einer obskuren Mordserie verwickelt. Ihre Opfer: Geklonte Botenkinder, uniform wie die Straßenlaternen der Stadt. Der frisch gebackene Detektiv, der kein Detektiv sein will, treibt es wie weiland Humphrey Bogart. Er trinkt Whiskey und liest alte Filmzeitschriften, trifft divenhafte Zwerge, Spermaspender und eine Frau, in die er sich glatt verlieben könnte, wenn er sich nur trauen würde.